Reihenfolge in Fließrichtung des Neckar’

Ammer
Aus fünf Quelltöpfen entspringt die Ammer südwestlich von Herrenberg, durchfließt das nach ihr benannte Tal am südlichen Rand des Naturparks Schönbuch und ist nach 25 km schon am Ende ihres Laufes, wo sie im Tübinger Stadtteil Lustnau in den Neckar mündet. Bis 1930 gab es an der Ammer ein gutes Dutzend Mühlen. Heute existieren noch Mühlen in Gültstein, Reusten, Poltringen und Unterjesingen.

Echaz
Unmittelbar am Albtrauf entspringt die Echaz unterhalb von Schloss Lichtenstein auf einer Höhe von 577 m ü. NN. Aus ihrer Quelle werden im Durchschnitt 680 Liter Wasser pro Sekunde geschüttet. Fischzucht hat an der Echaz ein lange Tradition. Ihre Erzeugnisse kann man in den Gaststätten probieren, die für ihre Forellenspezialitäten bekannt sind In Reutlingen gibt es den Echaz-Uferpfad, wo man an Informationspunkten über die Geologie und Ökologie des Flusses informiert wird. So können mit dem Wasser der Echaz wird auch Strom erzeugt. Mit historischen Anlagen, wie der Baumannschen Mühle in Pfullingen können bis zu 40 Haushalte versorgt werden. 23 km nach ihrem Ursprung mündet die Echaz von bei Kirchentellinsfurt in den Neckar.

Erms
Im Norden der mittleren Schwäbischen Alb entspringt die Erms als ein nordwestlicher, rechter Nebenfluss des Neckars. Die Quelle der Erms fördert im Durchschnitt 400 Liter Wasser pro Sekunde, kann aber bei starken Niederschlägen bis zu 1000 l/s ausschütten. Auf ihrer Fließlänge durchquert die Erms das nach ihr benannte Ermstal, dessen Talabschnitt von eng gegenüberliegenden, bewaldeten und von Weißjurafelsen gekrönten Hängen des Albtraufs gesäumt ist. Bis ins 19. Jahrhundert existierten noch mehrere natürliche durch Kalktuffbarren aufgestaute Seen, diese verschwanden aber mit der Zeit, da der Kalktuff als guter Baustoff Verwendung fand. Im Verlauf der Erms mehren sich die Spuren der Nutzung der Wasserkraft aufgrund der damals fortschreitenden Industrialisierung.

Aich
Die Aich ist ein linker Nebenfluss des Neckars. Sie ist ungefähr 25 km lang, entspringt in Holzgerlingen und fließt anschließend am nördlichen Rand des Naturparks Schönbuch entlang, bevor sie sich bei Neuenhaus mit der Schaich vereinigt. Dann fließt sie durch das nach ihr benannte Aichtal. Nach Nürtingen-Oberensingen mündet sie bei Zizishausen in den Neckar. In der Aich tummeln sich Regenbogenforellen, Bachforellen, Bachsaiblinge, Barben, Äschen, Hasel, Rapfen, Karpfen, Döbel und viele andere Weißfischarten.

Lauter
Ihre Name stammt aus dem Althochdeutschen und setzt sich aus „luttar“, was klar bzw. hell bedeutet und „aha“, die Bezeichnung für Wasser zusammen. Die Lauter hat ihren Ursprung bei Lenningen, wo sich die Weiße  und die Schwarze Lauter verbinden. Diese beiden Bäche werden aus mehreren Quellen entlang ihres Verlaufs gespeist. Die Lauter ist relativ kurz, nach nur 27,5 km mündet sie schon bei Wendlingen in den Neckar.

Fils

Kurz vor Plochingen mündet die Fils in den Neckar. Auf einer Länge von 63 km hat sie ein Gefälle von 377 Metern und ist damit ein sehr steiles fließendes Gewässer. Sie entspringt auf der Schwäbischen Alb in unmittelbarer Nähe von Wiesensteig aus mehreren Quellen und durchfließt ein Gebiet, das seit der Jahrhundertwende stark industrialisiert ist. Bis in die Achtzigerjahre war die Abwasserproblematik sehr groß, sodass die Fils durch die Zufuhr von ungeklärten Abwässern mal rot, mal blau, mal violett gefärbt war. Dies ging sogar so weit, dass der Fluss in den sechziger und siebziger Jahren biologisch tot war und es ein Verbot gab das Wasser zu betreten oder zu trinken.
In den letzten Jahrzehnten hat sich die einst fast vollständig vernichtete Tier- und Pflanzenwelt aufgrund neuer Umweltrichtlinien und daraus resultierenden Fabrikschließungen und Kläranlagenbauten wieder erstaunlich gut erholt, sodass sich in Fils und Neckar heute wieder circa 30 verschiedene Fischarten tummeln.
Seit Kurzem wird die Herleitung des Namens als vom althochdeutschen „filiuua“ (Felbe = Weidenbaum) stammend favorisiert. Damit wäre der Name als „von Weiden gesäumter Fluss“ zu erklären.

Körsch

Gegenüber Esslingen-Zell mündet die Körsch in den Neckar. Das Gewässer war lange Zeit bundesweit „berüchtigt“ als stark mit Abwässern belastet und diente als interessantes Studienobjekt. Inzwischen waren die Maßnahmen erfolgreich, die zur Behebung der Problematik ergriffen wurden.
Die Körsch fließt auf ihrer kurzen Strecke von circa 26 km durch die Naturschutzgebiete Weidachwald, Zettachwald und Häslach. Sie passiert auch den neuen botanischen Garten der Universität Hohenheim, den Scharnhäuser Vulkanschlot und unterquert das Körschtalviadukt, welches sich über eine Länge von 724 Metern über das Körschtal spannt. Man kann ihrem Lauf vom Ursprung in Stuttgart-Möhringen bis zur Mündung auf der reizvollen Körschtalroute mit dem Fahrrad folgen. Weiniger bekannt ist, dass die Körsch ein gutes Angelrevier ist und insbesondere für die Fliegenfischer eine echte Herausforderung darstellt.
Sie wird in alten Gerichtsakten  noch als Kersch und Kerse bezeichnet. Kerse verweist wohl mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Kirschen, die teilweise im Bachgebiet anzutreffen sind.

Wieslauf
Die Wieslauf ist ein Nebenfluss des Neckars zweiten Grades. Sie hat eine Gesamtlänge von 23 km, entspringt bei Kaisersbach im Welzheimer Wald und mündet in Schorndorf in die Rems, die wiederum in den Neckar fließt. Kurz nach ihrem Ursprung durchquert die Wieslauf den Ebnisee. Von dort aus setzt sie ihren Weg durch ein tief eingegrabenes, teilweise unzugängliches Tal fort. Danach durchquert sie ein Gebiet in dem mehrere Schichtgrenzen liegen, wodurch die Wieslach mehrere Wasserfälle aufweist. Im 18. Jahrhundert und bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhundert wurde die Wieslauf zum Flößen von Holz verwendet. Das geflößte Holz, welches ca. eine Länge von 1,20 m hatte, wurde gebraucht um Stuttgart und Ludwigsburg mit Brennholz zu versorgen. Das Ende der Flößerei auf der Wieslauf wurde mit der Fertigstellung der Remstalbahn eingeleitet.

Rems
Laut „Duden Geographische Namen in Deutschland“ bedeutet der Name Rems „ruhen“ und bezieht sich wohl auf das ruhig fließende Wasser der Rems. Die heutigen Anwohner des Remstals würden ihrem Gewässer sicherlich einen anderen Namen geben, da sie in den letzten Jahren mit zahlreichen Überschwemmungen konfrontiert waren. Manche Bewohner sehen bei starkem Regen mit Bangen zum Remsufer, wie hoch diesmal der Wasserspiegel steigen wird. Der Bau von Hochwasserrückhalteräumen entlang des Flusses soll helfen, die Lage zu entspannen. Im Zuge weiterer Entwicklungsvorschläge zum Landschaftspark Rems wurde für eine bessere Zugänglichkeit der Uferzonen in den Städten plädiert und in Plüderhausen bereits ein Wasserspielplatz am Flussufer eingerichtet.
Der Ursprung der Rems liegt bei Essingen im Ostalbkreis und ihr Verlauf zieht sich dann in Richtung Westen durch den Ostalbkreis, den Rems-Murr-Kreis bis in den Kreis Ludwigsburg, wo sie am Hechtkopf  in Neckarrems in den Neckar mündet. Im Remstal ist eines der größten Weinbaugebiete Württembergs beheimatet. Ab der Grenze des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald werden an den Talhängen Weinberge bewirtschaftet. Neben den Weinbergen findet man auch viele Streuobstwiesen.

Murr

Das Quellgebiet der Murr liegt 3 km südlich der Stadt Murrhardt auf den Höhen des Murrhardter Waldes, erstreckt sich über einen 54 km langen Lauf,  bevor sie bei Marbach in den Neckar mündet. Am südlichen Ortsrand des Weilers Vorderwestermurr ist ein gefasster Quelltopf als „Murrursprung“ ausgewiesen.
Noch vor 16 Millionen Jahren war der Oberlauf der Murr Teil des danubischen Fluss-Systems, das nach Südosten floss. Durch die stärkere Erosionskraft der rheinischen Nebenflüsse kam es zur Umkehrung der Ur-Murr. Hinweise auf die einstmalige Fließrichtung sind noch heute der auffällige Knick der Murr an der Fornsbacher Talspinne.
Wirtschaftliche Bedeutung hatte die Flößerei auf der Murr. Die Rechte lagen bei den Herzögen von Württemberg, bis die Stadt Marbach sie Mitte des 16. Jahrhunderts kaufte. Anfang des 18. Jahrhunderts spielte das Holz von der Murr eine große Rolle beim Bau der neuen Stadt Ludwigsburg.
Der Name des Flusses ist keltischen Ursprungs, bedeutet in etwa „schwammiger Fluss“ und bezieht sich auf das trübe Wasser der Murr.

Glems

Die ca. 44 Kilometer lange Glems hat ihren Ursprung im Glemswald, welcher auf Stuttgarter Stadtgebiet liegt, genauer gesagt am Glemsbrunnen im Rotwildpark. Sie ist ein Nebenfluss der Enz und mündet bei Unterriexingen. Entlang der Glems findet man zahlreiche Mühlen. Sie erreicht man am besten über den ca. 40 km langen, leicht zu bewältigenden Radweg entlang der Glems. Durch Informationstafeln, die an jeder Mühle angebracht sind, kann man historisches über sie erfahren. Vom 6. bis 8. Jahrhundert markierte der mittlere Abschnitt der Glems die Stammesgrenze der Schwaben und Franken, später dann die Grenze der Bistümer Speyer und Konstanz.

Würm
Ihre Quelle liegt im Schönbuch, den ersten Naturpark Baden-Württembergs. Danach durchfließt die Würm das Gäu in nordnordwestlicher Richtung und am südlichen Stadtrand von  Pforzheim fließt sie in die Nagold, kurz bevor diese wiederum in die Enz mündet. Im Laufe der Geschichte gab es entlang der Würm immer wieder Ausbaumaßnahmen, indem Teile begradigt wurden, oder indem die Talaue, das natürliche Überschwemmungsgebiet der Würm, trockengelegt wurde, um neue Bebauungsflächen zu schaffen. Diese Eingriffe hatten jedoch ökologische Folgen. Um Fehlentwicklungen möglichst effektiv zu korrigieren wurde 1997 das Würmprojekt ins Leben gerufen. Dieses Projekt wurde mit dem Vorhaben ins Leben gerufen, die Würm ökologisch aufzuwerten, den Fluss wieder naturnäher und erlebbarer zu gestalten. Die Gesamtlänge der Würm beträgt etwa 50 km.

Nagold
92 km lang ist die Nagold, die sich in zahlreichen Windungen von der Quelle bei Urnagold bis in das Pforzheimer Stadtzentrum zur Mündung in die Enz schlängelt. In östliche Richtung fließend trifft die Nagold auf die Nagoldtalsperre oder auch Erzgrube genannt. Der Stausee wurde 1970 fertig gestellt und dient dazu gegen Hochwasser zu schützen und das Niedrigwasser im Nagoldtal zu erhöhen. Der See liegt in einem Landschaftsschutzgebiet und ist daher als Naherholungsgebiet sehr beliebt. Von April bis September ist es sogar gestattet auf ihm zu segeln. Nachdem die Nagold den See passiert hat fließt sie weiterhin in östliche Richtung, bevor sie in der gleichnamigen Stadt nach Norden schwenkt. Von da an bildet das Nagoldtal die östliche Begrenzung des Schwarzwaldes.

Enz
Die Enz entsteht aus den beiden Quellflüssen Große Enz und Kleine Enz. Sie fließen in Calmbach, einem Stadtteil von Bad Wildbad zusammen, um sich gemeinsam auf den etwa 105 km langen Weg bis zur Mündung in den Neckar bei Besigheim zu machen. In Pforzheim verlässt die Enz den Schwarzwald nicht ohne das Wasser der Nagold aufzunehmen. Diese beiden Flüsse verbindet, dass sie in früheren Zeiten eine große Bedeutung in der Flößerei hatten.
Die Enz bietet mit ihren auetypischen Uferstrukturen einen idealen Lebensraum für fließgewässertypische Pflanzen- und Tierarten. Einige Teile der Enz stehen sogar unter Naturschutz. Ihre Bedeutung als Lebensraum tritt besonders in den Flachwasserzonen hervor, wo pro Quadratmeter bis zu 10.000 Larven von Eintags- und Köcherfliegen, Libellen oder Käfer auffindbar sind. Auch für seltene oder bedrohte Tierarten bietet die Enz einen ausgesprochen guten Lebensraum. Man findet Eisvögel, Flussuferläufer, die Nachtigall und viele andere Vögel. Damit dies für zukünftige Generationen so bleibt und das Ökosystem weiterhin Bestand hat, wurden Beschränkungen für den Freizeitsport vereinbart.

Kocher
Aus östlicher Richtung fließt der Kocher in Richtung des Neckars. Er entsteht aus dem Zusammenfluss des Schwarzen und des Weißen Kochers am Fuß der Schwäbischen Alb. Entlang des Kochers gibt es eine Vielfalt von Flora und Fauna. Zum Beispiel kann man heimische Libellenarten beobachten. Das Kochertal ist auch Lebensraum für eine große Zahl von Schmetterlingen und Faltern. Auf dem größten Teil seines Laufes hat der Fluss in der Jagst eine nahe rechte Begleiterin. Nach einer Gesamtlänge von 182 km mündet der Kocher bei Bad Friedrichshall in den Neckar.