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| Peter Kastner Heimat als Sehnsucht Heinrich Heine ist Dichter einer verlorenen und erstrebten Heimat. Heimat gibt es für Heine nicht mehr und noch nicht, sie wird ihm Ziel seiner Sehnsucht. Leben und Werk des Heinrich Heine spiegeln diese Welterfahrung der Ent- und Ausgrenzung wider. [...] In Deutschland wollte man seiner Sehnsucht lange nicht entsprechen, schwer taten sich die Heine-Orte – vor allem Düsseldorf – mit der Würdigung des Dichters, war der doch einer, den auch die Angst vor Deutschem und Deutschland umtrieb, wenn er etwa 1834 im Schlusswort von „Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland“ fast prophetisch vor der Machtergreifung „brutaler germanischer Kampfeslust“ und „deutschem Donner“ warnte. Der, den der Gedanke an Deutschland in der Nacht um den Schlaf brachte, erkannte nämlich wie kein anderer seiner Zeitgenossen die Gefahren des deutschen Nationalismus und einem möglichen Überborden deutscher Tyrannei für Europa. Vor Bücherverbrennungen warnt er und vorm deutschen Hass auf Fremde. Und so sehnsuchtsvoll er ein Deutschland imaginiert, so sehr ekelt ihn Deutschtümelei und deutsche Großmannssucht an. Alles Deutsche sei ihm ein „Brechmittel“ schreibt er dem Jugendfreund Sethe. Er wechselt im französischen Exil in die französische Sprache, doch bald kehrt er zu seiner Heimatsprache zurück: „Und als ich die deutsche Sprache vernahm,/Da ward mir seltsam zumute;/Ich meinte nichts anderes, als ob das Herz/Recht angenehm verblute“. Die deutsche Sprache gibt ihm ein Stück Heimat wieder, vielleicht die einzige, die er je besaß und auf die er nicht hoffte ... [zurück] |
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