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  Dokumentation // Workshop 4

Arkadas Theater, Köln
Figen Canatalay, Jürgen Wippich

Das Arkadas Theater wurde 1986 auf privater Initiative eines türkischen Lehrervereins in Köln mit dem Ziel gegründet, die türkische Kultur über die Grenzen des Kebabs und des Bauchtanzes hinaus in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Am Anfang als Tourneetheater tätig, um eigene Landsleute als Publikum zu gewinnen, befasste man sich in den ersten Stücken mit den alltäglichen Problemen eines Gastarbeiters in Deutschland. Das Wiedererkennen eigener Probleme in diesen Stücken führte zu großem Interesse bei den türkischen MigrantInnen.
__ Parallel dazu entwickelte sich die Idee, Kinder- und Jugendstücke zu spielen. Die Kinderstücke wurden zweisprachig aufgeführt: man spielte ein orientalisches Märchen auf Türkisch und ein deutsches auf Deutsch. Die Kombination sollte den Kontakt zwischen den Migrantenkindern und den deutschen Kindern entwickeln helfen. Denn die Migrantenkinder waren stolz die türkische Sprache auf der Bühne zu hören und gleichzeitig wurden sie von den deutschen Kindern nach der Erklärung gefragt, was auf der Bühne geschehen würde. So hat sich nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Publikum zwischen den Kindern eine lebendige Kommunikation entwickelt.
__ Die Idee Jugendstücke zu spielen, reagierte darauf, dass die Jugendlichen viel Freizeit in den Kaffeehäusern, mit Karten- und Videospielen verbrachten. Sie sollten ins Theater gelockt und ihnen damit die Möglichkeit geboten werden, etwas Neues zu lernen.

Seit zehn Jahren tritt das Arkadas Theater mit dem berühmten Putzfrauen-Kabarett nicht nur bundesweit sondern auch weltweit auf. Das erste Stück des Putzfrauen-Kabaretts „Die Türkinnen kommen“ befasste sich mit den alltäglichen Problemen von MigrantInnen in Deutschland, mit politischen Themen sowohl in Deutschland als auch in der Türkei und mit Vorurteilen, denen MigrantInnen ausgesetzt waren. Mittlerweile wird schon die fünfte Version des Putzfrauen-Kabaretts gespielt. Dieses zuletzt aufgeführte Stück „Eurotika“ widmet sich ganz allgemeinen, allen zugänglichen Themen.

Heute mit einer festen Bühne, hat sich das Arkadas Theater zu einer großen unabhängigen und kulturell bedeutenden Einrichtung entwickelt, die auch auf der kulturpolitischen Ebene große Beachtung erreicht hat. Mit der inhaltlichen Ausrichtung des Spielplans auf die Themen Verständigung, Toleranz und multikulturelles Zusammenleben leistet das Arkadas Theater einen wichtigen kulturpolitischen Beitrag für die Stadt Köln.
__ Es werden Projekte mit den Schulen ausgeführt, Theaterkurse sowohl in türkischer als auch in deutscher Sprache gehalten. Doch nicht nur die professionelle Theaterarbeit wird betrieben, dem Arkadas Theater ist auch ein Ausländerzentrum angegliedert, in dem Kurse der unterschiedlichsten Art stattfinden u.a.: Gesprächskreise für türkische Frauen, Computer- und Literaturkurse für türkische Jugendliche.
__ Die Zusammenarbeit mit anderen städtischen Institutionen, wie z.B. dem Kulturamt Köln, hat sich erst in der letzten Zeit entwickelt. Es besteht eine Kooperation mit den Staatstheatern in verschiedenen Städten, wie z.B. Oberhausen und Wiesbaden, oder mit dem Staatstheater Ankara. In Istanbul wird gerade eine Zweigstelle des Arkadas Theaters aufgebaut, die mit der ersten Premiere im Mai 2004 nach Köln kommt.


Stand 22. Juni 2004
 
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