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| Dokumentation | // Workshop 5 Kultur in der Brotfabrik e.V., Frankfurt Peter Schneckmann Seit 20 Jahren beherbergt eine ehemalige Brotfabrik in Frankfurt-Hausen neben anderen Einrichtungen auch ein internationales Kulturzentrum: „diebrotfabrik“. Seit 1995 wird es vom gemeinnützigen Verein KULTUR IN DER BROTFABRIK e.V. getragen, der von der Stadt Frankfurt am Main und dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst des Landes Hessen regelmäßig mit finanziellen Mitteln gefördert wird. Gemeinnützig ist der Verein, weil er einerseits Kunst und Kultur und andererseits die Völkerverständigung fördert. Der Verein mischt sich in der Regel in die Arbeit der Brotfabrik nicht ein, insofern ist sie kein typisches soziokulturelles Zentrum Das Kulturzentrum „diebrotfabrik“ präsentiert vor allem international bekannte KünstlerInnen der sogenannten Weltmusik und des modernen Jazz. Die Ausarbeitung des Programms folgt dabei seit zwei Jahren spezifischen Themenschwerpunkten, die ein Instrument (abgeschlossen: Frauenstimmen, aktuell: Gitarre), eine Region (ab 2/2004: Mittelmeer) oder besondere Rhythmen (emocion latina) zum Inhalt haben können. Bei der Auswahl der KünstlerInnen für diese Reihen werden übliche Zuordnungen nach Genres durchbrochen, so dass ein Jazzgitarrist Platz neben einem Ensemble aus Mexiko findet, das rein traditionelle, lokale Gitarren einsetzt. Die Förderung der Frankfurter Musikszene in diesen beiden Spektren wird dabei nicht vergessen. Insbesondere werden MusikerInnen gefördert, die aus dem interkulturellen Bereich kommen. Die Reihe local aliens präsentiert seit 7 Jahren diese Idee auch auf der Bühne. __ Es wird auch mit Kulturvereinen von Menschen aus anderen Nationen kooperiert. Dabei geht es nicht um reines Programmieren, sondern oft auch um die Beratung in allen Fragen zur Durchführung von Veranstaltungen. Das Musikprogramm versteht sich nicht als Selbstzweck, sondern oft als Angebot, sich mit den sozialen und gesellschaftspolitischen Hintergründen der Kulturen zu beschäftigen, in denen die gastierenden KünstlerInnen beheimatet sind. Das spiegelt sich im Programm des Kulturzentrums wieder, das, wie oben geschildert, nach themenspezifischen Reihen strukturiert ist. Mehrere interkulturell orientierte Internetangebote unterstützen dieses Anliegen. Internet als Medium ist für die Brotfabrik ökonomisch-existenziell geworden, denn 70% aller Eintrittskarten für die Veranstaltungen und 90% aller Kurse werden per Internet gebucht. __ Zu Beginn war nur das Projekt Klänge dieser Welt im Internet (www.musikglobal.de) zu erreichen. Es ist ein eigenständiges Informationsangebot über Musikinstrumente und Rhythmen aus aller Welt geworden. Es entstand im Zusammenhang mit dem großen Projekt Passagen aus dem Jahr 2000. An diesem Projekt waren verschiedensten Organisationen der Stadt Frankfurt beteiligt. Es wurden zehn Tage lang in den Stadtteilen und vor allem an ungewöhnlichen Plätzen z.B. in einem Einkaufszentrum Lesungen mit Literaten nichtdeutscher Herkunft organisiert. Das Projekt stieß auf großes Interesse in der Öffentlichkeit. Das Webangebot PortalGlobal (www.portalglobal.de) wurde im September 2000 aus der Idee geboren, für interkulturell interessierte NutzerInnen einen gezielten Zugang zum Internet anzubieten und so einen sinnvollen Umgang mit diesem Medium für einen Themenbereich zu unterstützen, der gegenwärtig und in Zukunft eine immer größere Bedeutung gewinnt. Dies gilt insbesondere auch für die Arbeit in Schulen oder anderen pädagogischen Einrichtungen. Seit dem 2.2.2002 ist die Webseite mit den wichtigsten Angeboten online. __ PortalGlobal ist einerseits ein inhaltlich spezifizierter Zugang zu den Webseiten unterschiedlicher Einrichtungen in Hessen, deren Inhalte zum Bereich interkultureller Arbeit beitragen. Andererseits sollen die NutzerInnen über redaktionell betreute Angebote von PortalGlobal die Möglichkeit erhalten, sich ohne aufwendige Recherchen und Vorkenntnisse einen raschen Zugang zu wichtigen, aktuellen und vielfältigen Informationen zu interkulturell relevanten Themen zu schaffen. Hierzu stehen ihnen der Interkulturelle Terminkalender, ein kleines Webmagazin mit Artikeln und News, sowie der kommentierte Linkreport zur Verfügung. __ Die datenbankbasierte Programmierung von PortalGlobal macht es möglich, dass alle inhaltlichen Eingaben nur die Kenntnis eines beliebigen Textprogrammes erfordern und in Echtzeit erfolgen. Dezentrale Kooperation durch einfach zu bedienende Schnittstellen für jeden Partner ist ein Grundsatz der Arbeit, so dass einer Vernetzung keine Grenzen durch besondere Kenntnisse von Programmen gesetzt sind. Zur Zeit entsteht als Modul von PortalGlobal noch eine Künstlerdatenbank local aliens (www.localaliens.net). Hier sind seit Januar 2004 in Deutschland lebende, professionelle KünstlerInnen aller Sparten mit Portraits, Biografien und Beispielen ihrer Arbeit vorgestellt, deren kulturelle Herkunft außerhalb Deutschlands liegt. Diese Datenbank will ihre Beiträge zur Entwicklung neuer Stadtkulturen abseits von "MultiKulti-Szenarien" oder national gefärbten Identitätsstiftungen ebenso herausstellen, wie es ein Instrument der Vermittlung der KünstlerInnen an Dritte sein will ohne eine Mittlerrolle im Sinne einer Agentur wahrnehmen zu wollen. Was es nicht sein will, ist ein Migrantenstadl, wie Birgit Ellinghaus (albakultur, Köln) einmal treffend formuliert hat. Dieses Modul ist bundesweit angelegt und wird schon jetzt mit einem Partner in Berlin, der Werkstatt der Kulturen, sowie in Hessen mit inter.art begonnen. Offen ist noch die Frage, ob auch deutsche KünstlerInnen aufgenommen werden sollen, die sich professionell mit der Kunst anderer Kulturen auseinandersetzen. Diese Fragestellung wird vor allem aus dem Bereich der Musik hereingetragen. Stand 22. Juni 2004 |
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