| 1992/93 | { zurück zur Übersicht |
Platzverführung (Internationales Skulpturenprojekt)
Zur Ausstellung 'Platzverführung' haben 4 internationale Künstler ein traditionsreiches Mokkaservice der Ludwigsburger Porzellan-Manufaktur neu gestaltet: Mokkakanne von Georg Herold, Milchkännchen von Auke de Vries, Zuckerdose von Gunther Förg, Tassen von Donald Judd.
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Mit diesem großen gemeinsamen Skulpturenprojekt in 18 Städten tritt die KulturRegion Stuttgart erstmals in die Öffentlichkeit. Die kulturelle Zusammenarbeit in der Region will die Eigenständigkeit der beteiligten und zumeist sehr alten und selbstbewußten Städte nicht aufheben, im Gegenteil. Deshalb wurde bewußt als Einstiegsprojekt die gemeinsame Skulpturenausstellung konzipiert, bei der in jeder Stadt ein anderer Künstler arbeitet, der sich mit einer sehr spezifischen Situation in dieser Stadt auseinandersetzt. Trotzdem stellt diese Ausstellung keine bloße Aneinanderreihung von Einzelprojekten wie in einem Bauchladen dar, sondern es liegt ein durchgehendes Konzept zugrunde, das in den beteiligten Städten auf je ganz spezifische Weise realisiert wird und zur Identität der Städte beiträgt’ (Hans Jochen Henke, 1. Vorsitzender des Vereins KulturRegion Stuttgart).
In unserem Projekt haben wir nichts anderes gewollt, als in die komplexe Unordnung der Städte bestimmte Momente von Klarheit und Konzentration zu schaffen. Wir haben Künstler aufgefordert, um in bezug auf von uns (in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Stadtverwaltung) bestimmten Standorten Aufträge zu akzeptieren. Dabei ging es nicht um Dekoration; es ging darum, dem Standort eine neue Identität zu geben - oder um undefinierten Raum neu zu definieren’ (Rudi Fuchs, Kurator der ‘Platzverführung').
Der Einsatz für die "Platzverführung" war enorm, in Ratssälen, bei den Sponsoren und vor Ort. Man wünscht sich solche "Platzverführung" für immer und nicht nur für die geplante Dauer eines Jahres. Hier spielt kein aufgedonnertes, provinzielles Kunsttheater. In Zeiten allgemeiner Desensibilisierung gegen allerlei Umwelteinflüsse fördert "Platzverführung" Sensibilisierung, fördert behutsam Allergien gegen die Vernichtung unseres Lebensraumes. In der Stadt, auf dem Land, im Kopf’ (Ruth Diehl, GENERAL-ANZEIGER Bonn).
‘Eine geradezu geniale Idee war es, Politiker, Sammler und Industrielle als Sponsoren oder Multiplikatoren in einen Beirat zu berufen. Nicht nur konnte dadurch, neben solidarischem, also nicht genannten Sponsoring, der größte Teil der Finanzierung durch Sachleistungen erfolgen (die städtischen Kulturetats erbringen nur etwa 1,6 von den benötigten 5 bis 6 Millionen), sondern die Anfertigung der Kunstwerke durch ortsansässige Unternehmen schafft auch den angenehmen Effekt der Identifikation’ (Irene Ferchl, PUBLIZISTIK UND KUNST, Stuttgart).
Katalog ‘Platzverführung. 1992/1993.’ Hrsg. KulturRegion Stuttgart. Edition Cantz. 224 S. (vergriffen)
