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09. September 2016

Lichtkunstfestival »Aufstiege« in 25 Städten der Region Stuttgart

Drei Wochen lang zeigt das Festival »Aufstiege« der KulturRegion Stuttgart Lichtkunstwerke im öffentlichen Raum

Ab 17. September 2016 werden in 25 Städten und Gemeinden der Region Stuttgart nach Einbruch der Dunkelheit Lichtkunstwerke im öffentlichen Raum zu entdecken sein. Die KulturRegion Stuttgart hat sich mit ihrem Festival »Aufstiege« die topografischen und architektonischen Eigenheiten der Region zum Anlass genommen, um drei Wochen lang Stäffele, Freitreppen, Türme, Unterführungen und andere Aufstiegsorte mit Lichtkunst zu bespielen. Der künstlerische Leiter des Festivals, Joachim Fleischer, hat Künstler aus über zehn Nationen eingeladen, sich von den Aufstiegsorten der Region inspirieren zu lassen. 43 Lichtkünstler haben daraufhin ortsspezifische Kunstwerke an frei zugänglichen Orten geschaffen, von Herrenberg bis Schwäbisch Gmünd und Bietigheim-Bissingen bis Bad Urach.

Von der Topografie zur Metapher
„Ausgangspunkt des Festivals war die topografische Besonderheit der Region, die hügelige Landschaft mit den typischen Stäffele“, so OB Werner Spec, Vorstandsvorsitzender der KulturRegion Stuttgart. „,Aufstiege‘ ist jedoch vor allem eine Metapher für ein Bedürfnis, das alle Menschen bewegt: unsere Träume und Hoffnungen zu verwirklichen“, erläutert er die Wahl des Themas, das zahlreiche Interpretationsmöglichkeiten bietet. Die 37 Kunstwerke beschäftigen sich einerseits in unterschiedlicher Weise mit den vorgefunden Orten in der Region, aber auch mit dem Thema »Aufstiege«. „Die ausgewählten Orte sollten nicht nur mittels Licht illuminiert werden“, beschreibt der Kurator und Stuttgarter Lichtkünstler Joachim Fleischer die Auswahl der Künstler. „Es geht vielmehr um eine Auseinandersetzung über das Mittel Licht mit den ausgewählten Orten und der gewählten Thematik.“

Licht als Botschaft, Experiment und sinnlicher Reiz
Einzelne Arbeiten zeigen Licht in Form von Buchstaben und senden damit Botschaften, die vielfältig zu interpretieren sind, wie die Arbeit »Fließende Tränen funkeln« von Gunda Förster in Vaihingen an der Enz. Die Arbeiten von Tim Otto Roth und Pablo Wendel in Stuttgart, die sich mit der Sichtbarmachung von Energie aus dem All beschäftigen, haben einen wissenschaftlichen Ansatz und sind Kunstwerk und Experiment zugleich. Andere Arbeiten fordern mit ihren starken Lichtimpulsen die Wahrnehmung der Besucher heraus, wie die Arbeit »Erinnertes Licht« von Siegrun Appelt in der Galerie Stihl Waiblingen oder der Lichttunnel »Terminal« von Karolina Halatek, der auf dem Gerlinger Rathausplatz stehen wird.
Die in Bad Boll, Remseck am Neckar und Schwäbisch Gmünd arbeitenden Künstler Hitoshi Kuriyama, Menja Stevenson und Sabrina Fuchs geben Workshops für die Bevölkerung vor Ort und lassen die Bürger somit direkt an der Entstehung des Kunstwerks teilhaben. Diese drei Projekte werden vom Innovationsfonds Kunst des Landes Baden-Württemberg gefördert. In der Landeshauptstadt selbst wird neben sechs temporären Kunstwerken Max Freys »Im Fluss« als permanente Installation an der Eugenstaffel realisiert.
„Mit dem Lichtkunstfestival zeigt die KulturRegion Stuttgart im Jahr ihres 25-jährigen Bestehens, dass die interkommunale Zusammenarbeit eine enorme Strahlkraft entfalten kann“, kommentiert Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling als Vertreterin des Trägers Verband Region Stuttgart die imposante Zusammenstellung aus nationalen und internationalen Künstlern.

Zentrale Eröffnung und Diskussionsreihe „ÜberLicht“
Die Eröffnung des Festivals wird am Freitag, 16.9.2016 im Württembergischen Kunstverein als ein gemeinsamer, öffentlicher Auftakt für das zeitglich in 25 Städten stattfindende Festival gefeiert. Als Höhepunkt des Abends wird der Sound- und Videokünstler Ryoji Ikeda sein »test pattern [live set]« präsentieren. Die Kunstwerke sind anschließend von 17.9. bis 9.10. täglich von 20:00 bis 24:00 Uhr in der Region zu erleben. An drei Abenden wird zudem die Diskussionsreihe „ÜberLicht“ die Rolle von Lichtkunst in Zeiten der Überbelichtung thematisieren. In Waiblingen, Ludwigsburg und Esslingen am Neckar werden u.a. die Kuratorin Bettina Pelz, der Direktor der Kunsthalle Düsseldorf, Gregor Jansen, und John Japsers, der Leiter des Zentrums für Internationale Lichtkunst Unna, über Fragestellungen zu den Themen Licht und Wahrnehmung, Lichtkunst und Energie sowie Lichtkunst und öffentlicher Raum sprechen.