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17. Februar 2016

25 Jahre interkommunale Kulturarbeit der KulturRegion Stuttgart: Im September erstrahlen »Aufstiege« mit Lichtkunst

Im Jubiläumsjahr des regionalen Verbunds präsentieren KünstlerInnen aus über zehn Nationen ortsspezifische Lichtkunstwerke in 27 Städten und Gemeinden.

Was 1991 als Zusammenschluss von 19 Kommunen mit ehrgeizigen Plänen für gemeinsame Ausstellungsprojekte begann, hat sich heute als Initiator innovativer Kunstformate im öffentlichen Raum etabliert. Die KulturRegion Stuttgart feierte am Mittwoch, den 17. Februar, mit 140 geladenen Gästen aus Kultur, Politik und Wirtschaft ihr 25-jähriges Jubiläum auf dem Fernsehturm Stuttgart. Zu diesem Anlass stellte der künstlerische Leiter des diesjährigen Projekts, Joachim Fleischer, erste künstlerische Positionen des Lichtkunstfestivals »Aufstiege« vor.

Innovative Kunstprojekte im regionalen Zusammenspiel

Im Lauf der 25 Jahre  hat sich die KulturRegion Stuttgart als Veranstalter interdisziplinärer Formate jenseits der institutionalisierten Kultursparten positioniert: Gesellschaftlich relevante Themen werden künstlerisch neu interpretiert, zeitgenössische Impulse gesetzt und Akteure in den Kommunen vor Ort einbezogen. Thomas S. Bopp, Vorsitzender des Verband Region Stuttgart, betont die Bedeutung des interkommunalen Zusammenschlusses: »Die KulturRegion Stuttgart verwirklicht dank des großen Engagements aller Mitglieder Kunstprojekte, die nur im Zusammenspiel gelingen. Die Themen schlagen regional Funken.«

Beim Jubiläum gratulierten zahlreiche Mitglieder, Künstler und Partner zum Gelingen der gemeinsamen Kulturarbeit. Der Kurator der »Platzverführung« Veit Görner, die Projektleiterin der »TanzRegion« Bettina Milz und weitere Mitstreiter ließen die vergangenen 25 Jahre in kurzen Anekdoten aufleben. Fritz Kuhn, OB der Landeshauptstadt Stuttgart, lobte im Vorfeld der Veranstaltung die KulturRegion Stuttgart als ein »erfolgreiches Bündnis, das ganz im Sinne des Grundgedankens von Kultur seit 25 Jahren kommunale Grenzen erfolgreich überwindet.« Er konnte aufgrund einer Bronchitis an der Veranstaltung leider nicht teilnehmen, wie OB Werner Spec, Vorstandsvorsitzender der KulturRegion Stuttgart, bei seiner Begrüßung mitteilte. Nach dem Empfang im Restaurant »Leonhardts« gab Joachim Fleischer auf dem neu eröffneten Fernsehturm einen Ausblick auf das diesjährige Projekt der KulturRegion Stuttgart.  

Ortsspezifische Lichtkunst im öffentlichen Raum
Vom 16. September bis zum 9. Oktober 2016 widmen sich 27 Städte und Gemeinden dem Thema »Aufstiege«. In zahlreichen Treppen und Stäffele in der Region findet der symbolhafte, oft gesellschaftlich interpretierte Begriff seine Entsprechung. Der künstlerische Leiter Joachim Fleischer lädt 43 Licht- und Intermediakünstler­Innen ein, ortsspezifische Arbeiten für öffentliche Aufstiegsorte zu schaffen. Die Auseinandersetzung mit Freitreppen, Türmen oder Unterführungen wird die Vielfalt des zeitgenössischen Lichtkunstschaffens drei Wochen lang sichtbar machen. Wie bereits bei ihrem ersten Projekt »Platzverführung« 1992/93 verwirklicht die KulturRegion Stuttgart mit diesem Projekt erneut Kunstwerke im öffentlichen Raum. »Öffentliche Räume haben nicht nur rein funktionale Bedeutung, sondern entwickeln mit einer  eigenen  Ästhetik bessere Voraussetzungen für gutes Zusammenleben«, erklärt der Vorstandsvorsitzende OB Werner Spec diese Absicht. »Umso besser ist es, wenn ihre Wirkung durch Kunst im Raum verstärkt wird.«

Über 40 LichtkünstlerInnen aus zehn Nationen schaffen Werke in der Region.
Auf dem Fernsehturm präsentierte Joachim Fleischer, der Ende 2014 für das Projekt engagiert wurde, acht Städte mit ausgewählten Künstlerpositionen. »Im Fokus des Festivals stehen Arbeiten, die sich mit Licht als Material oder dem Licht als immaterielles Medium auseinandersetzen«, so Joachim Fleischer über seine Auswahl. »Es wird Arbeiten geben, die poetisch, kontemplativ, fragend oder eine Aufforderung zur intensiven Wahrnehmung sind.«

Einer der führenden Klang- und Videokünstler weltweit, Ryoji Ikeda, soll auf der Bühne der Akademie der Darstellenden Künste Ludwigsburg eine Installation aus seiner Reihe »Test Pattern« zeigen. Mischa Kuball, Professor für Medienkunst an der Kunsthochschule Köln und Träger des Deutschen Lichtkunstpreises 2016, entwickelt eine Arbeit für die wohl größte Treppe der Region, die Landschaftstreppe im Scharnhauser Park in Ostfildern. Die Gewinner des International Light Award 2015, Andreas Muxel und Martin Hesselmeier, werden für die bekannte Freitreppe St. Michael in Schwäbisch Hall eine ortsspezifische Arbeit entwickeln.

19 Kommunen gründeten regionalen Zusammenschluss vor 25 Jahren.
Mit »Aufstiege« stellt die KulturRegion Stuttgart erstmals in ihrer 25-jährigen Geschichte Lichtkunst in den Fokus eines Projekts. Der interkommunale Zusammenschluss wurde 1991 von 19 Städten und Gemeinden aus der Region Stuttgart gegründet. Auf die erste gemeinsame Skulpturenausstellung »Platzverführung« 1992/93 folgten Projekte in den Bereichen Bildende Kunst, Literatur, Musik, Tanz, Kinder- und Jugendtheater, Fotografie und Architektur. 2011 entwickelten die Mitglieder unter Leitung der Kulturexperten Dr. Scheytt GmbH in einem Strategieprozess einen zukunftsweisenden Ansatz für die KulturRegion Stuttgart. Nach dem Projekt »Garten Eden« im Jahr 2014 mit 150 Veranstaltungen setzt »Aufstiege« die biennale Projektstruktur fort. Die KulturRegion Stuttgart zählt inzwischen insgesamt 47 Mitglieder, davon 43 Kommunen, drei Vereine und den Verband Region Stuttgart.

Am Lichtkunstfestival »Aufstiege« teilnehmende Städte und Gemeinden
Backnang, Bad Boll, Bad Urach, Bietigheim-Bissingen, Böblingen, Ditzingen, Esslingen am Neckar, Filderstadt, Gerlingen, Göppingen, Herrenberg, Kornwestheim, Leinfelden-Echterdingen, Leonberg, Ludwigsburg, Murrhardt, Nürtingen, Ostfildern, Remseck am Neckar, Schorndorf, Schwäbisch Gmünd, Schwäbisch Hall, Sindelfingen, Stuttgart, Vaihingen an der Enz, Waiblingen