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5. Juni 2014

Inszenierte Gärten von Nürtingen bis Schwäbisch Hall

Konzerte, Lesungen und künstlerische Interventionen laden zum Erkunden von Galerie-, Skulpturen- und Privatgärten ein

Das Projekt „Garten Eden“ der KulturRegion Stuttgart führt seit dem 16. Mai Menschen zu neuen Paradiesen der Region und lässt bekannte Orte durch Kunst erblühen. Fünf Galerien- und Skulpturengärten in der Region Stuttgart werden dabei nicht nur als Stätten bildender Kunst verstanden, sondern als Freiräume für andere Kunstdisziplinen erschlossen. Zugänge zu sonst nicht öffentlichen Paradiesen gewähren auch Gartengastgeber, die nach dem Bürgeraufruf für die Verwirklichung ihrer „Privaten Paradiese“ ausgewählt wurden. Die ungewöhnlichen Spielstätten in den Künstler- und Privatgärten ermöglichen eine persönliche Begegnung zwischen Publikum und Künstlern. Dadurch stehen pro Veranstaltung nur ca. 50 Tickets zur Verfügung, die über die Kulturgemeinschaft Stuttgart erhältlich sind.

Lauschen in Gärten bildender Künstler

Am 15. Juni wird der weitläufige Garten des Dieter Franck Hauses in Schwäbisch Hall in einem Musikspaziergang erkundet, begleitet von einem mobilen Feldharmonium. Tasteninstrumentalist J. Marc Reichow  macht sich mit einem Trompeter und Rezitator auf die Suche nach Mörikes Nachklängen in Vertonungen von Hugo Wolf oder Robert Schumann. Die Veranstaltung schließt sich an die Lesung „Mit Mörike von Ort zu Ort" der Autorin Irene Ferchl beim Sommerfest der Freunde des Dieter-Franck-Hauses e.V. an. Der Eintritt ist frei.

In Böblingen bringt das Berliner Trio scorbüt am 29. Juni den Garten und die Villa des Malers und Bildhauers Fritz Steisslinger zum Klingen. Dessen Reise nach Berlin Ende der 20er Jahre und sein dortiges Schaffen werden durch Erzählungen zu seinen Bildern und in Chansons der 20er-60er Jahre lebendig.

Eine „Musikalische Soirée“ gestalten Stipendiaten der Kunststiftung Baden-Württemberg am 12. Juli im mediterranen Garten der Künstlerin Ursula Stock in Güglingen.

Selbstgebaute Instrumente im Garten installiert

Für sphärische Klänge sorgen am 17. Juli die Rynkowski-Brüder, die aus Blumentöpfen, Theaterschrott und Türschanieren Instrumente bauen. Auch ein Theremin, das einzige Instrument, das berührungslos gespielt wird, versetzt die abendliche Luft im Garten der Galerie Valentien in Schwingungen. Robert Besta vom Badischen Staatstheater Karlsruhe liest dazu Passagen aus C.S. Lewis „Dienstanweisungen für einen Unterteufel“. Ungewohnte Klänge ertönen auch im Skulpturengarten der Stiftung Domnick in Nürtingen am 20. September. Während Renate Hoffleit im Außenbereich die durch den Garten gespannten Langen Saiten zum Klingen bringt, spielt der Cellist Michael Bach Bachtischa im Innenraum eine Eigenkomposition.

Erste Private Paradiese werden Wirklichkeit

Acht Paradiesvisionen, mit denen sich Bürger auf den Aufruf im April bei der KulturRegion Stuttgart gemeldet hatten, werden nach und nach Wirklichkeit. Martin Maier aus Möglingen hatte sich mit der Idee beworben, seinen Garten im Asperger Streuobstgürtel mit Trommelrhythmen zum Klingen zu bringen. Realisiert wird seine Vorstellung durch den weitgereisten Perkussionisten Christoph Haas am 4. Juli in der Veranstaltung „Die Herzfrequenz der Hängematte“. Er bespielt den Garten mit archaischen Instrumenten wie Rahmentrommel und Musikbogen und tritt so in Dialog mit Vogelgezwitscher und Froschgequake.

Der Wunsch eines weiteren Paradies-Visionärs erfüllt sich in einer multimedialen Performance in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung: In poppigen Kostümen der Künstlerin Justyna Koeke wird die Betriebskapelle der Akademie der bildenden Künste den Garten von Familie Büttner am 30. Juli in ein absurdes Paradies verwandeln. Tickets für die Veranstaltungen sind bei der Kulturgemeinschaft Stuttgart erhältlich (www.kulturgemeinschaft.de oder 0711/22477-20)

Die weiteren Gartengastgeber, die von der Jury ausgewählt wurden, sind unter www.kulturregion-stuttgart.de/was/private-paradiese einzusehen. Veranstaltungsdetails und Ticketinformationen werden Ende Juni veröffentlicht.