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test pattern [n°10] © Frank Kleinbach

Bühne der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg, Ludwigsburg

Ryoji Ikeda: »test pattern [n°10]«

Ryoji Ikeda ist ein Klang- und Videokünstler des digitalen Zeitalters. Er erkundet die unsichtbare und vielfältige Beschaffenheit von Daten und nutzt sie als Quelle für Töne und Bilder, die er in raumgreifenden Videoinstallationen und Klangperformances zur Aufführung bringt. Das Licht der Projektionen und Bildschirme wird dabei zum sinnlich erfassbaren Träger und Darsteller der digitalen Welt.

Für die Bühne der Ludwigsburger Akademie für Darstellende Kunst – ein multifunktionaler  Theaterbau, der Innen- und Außenraum verbindet – realisiert Ryoji Ikeda die Arbeit „test pattern [n°10]“. Diese ist Teil der Werkfolge „test pattern“, die seit 2008 in immer neuen Settings als audiovisuelle Installation aufgeführt wird. Die Reihe basiert auf einem System, das in Echtzeit jegliche Art von Daten wie Text, Ton, Foto oder Film in Binärmuster von Nullen und Einsen umwandelt.

Die Daten werden in schwarz-weiß flackernde Barcodes umgewandelt und synchron mit einem eindringlichen Soundtrack in den Raum projiziert. Das Publikum kann sich förmlich in das Bild der Daten hineinbewegen. Durch die teilweise extreme Geschwindigkeit, die das Publikum mit Hunderten von Bildern pro Sekunde konfrontiert, entsteht ein Sog, in dem die Grenzen der menschlichen Wahrnehmung ausgetestet werden.  

Die Reihe „test pattern“ ist ein eindrückliches Beispiel dafür, wie Kunst, die auf der Organisation digitaler Daten basiert, durch die visuelle Präsenz von Licht im Raum eine plastische Realität erlangt, ohne im traditionellen Sinne materiell zu sein.

Der Künstler

Ryoji Ikeda, geboren 1966 in Japan, ist Komponist elektronischer Musik und Bildender Künstler. Er ist einer der zentralen zeitgenössischen Künstler, die sowohl akustische als auch visuelle Medien in ihrer Arbeit nutzen. Ikeda richtet den Fokus seiner künstlerischen Auseinandersetzung auf die essentiellen Eigenschaften und Strukturmerkmale von Sound und dem Visuellen, wie dem Licht. Seinen künstlerischen Werdegang hat er in den 1990er-Jahren als DJ begonnen und bald schon visuelle Elemente in seine Sets integriert. Sein musikalisches Oeuvre, darunter Alben wie „+/-“ (1996) und „dataplex“ (2005), ist ein wichtiger Beitrag zur minimalistischen elektronischen Musik. Seine Arbeiten werden international gezeigt und sind in Sammlungen wie dem Centre Pompidou in Paris vertreten. Er lebt und arbeitet in Paris.

Herkunftsland

Japan

Website des Künstlers
Projekt wird unterstützt von

Wüstenrot Stiftung

Der Ort

© Philip Henze

Die Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg (ADK), 2007 gegründet, ist eine staatliche Schauspielschule in Ludwigsburg, die mit der Filmakademie Baden-Württemberg einen gemeinsamen Campus bildet. Die ADK bietet eine interdisziplinäre Ausbildung mit den vier Studiengängen Schauspiel, Regie, Dramaturgie, Bühnen- und Kostümbild an und bereitet Studierende auf Berufe für Bühne und Film vor. An die ADK sind außerdem Theaterbühnen angeschlossen, eine innovative Bühne und eine Probebühne.

Adresse

Akademiehof 1
71638 Ludwigsburg

Lichtkunst

bis 09.10.16 täglich von 20:00 bis 24:00 Uhr