Logo KulturRegion Stuttgart

01.08.2014

Freakshow feat. Betriebskapelle

© Daniela Wolf

Sekt im Garten und ein Konzert auf Baugerüsten: Die Paradiesvision, mit der sich Herr Büttner beim Bürgeraufruf »Private Paradiese« beworben hatte, musste angesichts des unsicheren Wetters etwas modifiziert verwirklicht werden: Die Akademische Betriebskapelle (AbK) trat nicht in Büttners Garten in der Weißenhofsiedlung, sondern in der nahegelegenen Akademie der Bildenden Künste auf. Nicht nehmen ließ sich Herr Büttner jedoch die herzliche Begrüßung der Gäste in seinem Garten. Erst nach dem Sektempfang – bei dem alle trocken blieben – ging es in den Innenraum.

Im Glaskasten im Architektenbau hatte die Betriebskapelle ein beeindruckendes Bühnenbild errichtet. Auf Baugerüsten, zwischen Absperrbändern und Straßenschildern turnten die Musiker in den schrillen Kostümen von Justyna Koeke. Aus glänzendem Stoff und Styroporfüllung hatte die Musikerin und Künstlerin Verkleidungen mit absurden figürlichen Elementen hergestellt. Koeke, selbst Bassistin der Band, trug einen heiligen Geist auf ihrem Kopf, der Keyboarder Tilmann Eberwein statt eines Hutes das pinkfarbene Jesuskind, Thomas Ruppel im hautengen Overall gab einen Baum mit Palmenbekrönung – an seinen Beinen befestigt Adam und Eva als Stoffpuppen. Auch die Schlange war mit von der Partie, geschlungen um den Kopf des Schlagzeugers Frank David Hoffmann. Daniel Mijic war für den kosmischen Teil zuständig: Das Gesicht des Gitarristen wurde eingefasst von einem riesigen gelben Sonnenkranz. Im Zentrum jedoch, auf einem Gerüst über den Köpfen der Zuschauer, schwebte der Sänger Alf Setzer in einem plüschigen Kleid wie aus weißem Flokati, einer medusenartigen Frisur aus schlangenartigen Stofflocken und einem goldenen Heiligenschein so groß wie ein Hula-Houp-Reifen.

Der wilde Sound mit schrammenden Gitarrenriffs und mal melodiösem, mal grölendem Gesang kam beim Publikum bestens an. So wurde auch getanzt: von Kopfnicken über rhythmisches Fußklopfen und Mitwippen bis zu fröhlichem Hüpfen war alles möglich und erwünscht.

Mit köstlicher Bowle und paradiesischen Obstplatten, jungfräulichem Quellwasser sowie Butterbrezeln und Bier verwöhnte die Betriebskapelle ihre Zuhörerschaft auch kulinarisch.