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16.09.2014

Glücksuche in den Favoritegärten

© die arge lola, Andreas Langen

Dem Glück auf der Spur wandelten am 13.09.2014 etwa 40 Gäste durch einen nächtlichen Garten und um ein heimelig erleuchtetes Haus in den Ludwigsburger Favoritegärten. Der leichte Regen störte kaum, sondern verstärkte noch die etwas melancholische, geheimnisvolle Stimmung.

Dem Schauspieler Robert Atzlinger folgte das Publikum nach einem kleinen Sektumtrunk zu den verschiedensten künstlerischen Stationen quer durch den Garten. Dabei gestaltete sich das Programm so vielfältig wie das Anwesen, das an den unterschiedlichen Ecken immer wieder andere Facetten zeigte. Mit Texten von Walter Benjamin, Hans Magnus Enzensberger und Nikolaus Lenau suchte Robert Atzlinger das Glück auch poetisch an verschiedenen Orten.

Durch von Ferne ertönende Violinenklänge wurde das Publikum in den hinteren Teil des Gartens gelockt. Der Violinistin Katharina Wibmer und dem Akkordeonist Mirko Schmidt gelang es, den Garten und seine eigene Stimmung in ihren Liedern hörbar zu machen.

Durch schmale Pfade und unter Bäumen hindurch fanden die Gäste ihren Weg zum Herzstück des Abends: dem Glückstück der Berliner Figurenspielerin Inka Arlt. Verkleidet als Glücksfee mit entblößten künstlichen Brüsten und einem Rock mit versteckten Geschichten ermutigte sie die Gäste, sich ihr eigenes Glück oder Unglück prophezeien zu lassen. Für eine wahre oder imaginäre Münze drehte sich die Glücksfee, die Glückssuchenden durften eine »Buchseite« aus dem Rock herausgreifen und öffnen. Darin erschienen wundersame Popup-Illustrationen: Durch ein papierenes Schlüsselloch konnte beispielsweise ein sich aufklappender Weihnachtsbaum bestaunt werden. Aber auch weniger leicht verdauliche, dafür umso amüsantere Seiten waren dabei – mitunter mit Altersbeschränkung.

Nach einer neuerlichen Runde ums Haus entführte im vorderen Teil des Gartens die Tänzerin Jessica Sánchez-Palencia die Gäste als schwarzer Adler. Mit einem riesigen Flügel und einer Adlermaske bewegte sie sich zu Akkordeonklängen unter den Bäumen.

Bevor schließlich der Vorhang fiel, in Form der Rollläden des von innen erstrahlten Hauses, schickte die Sängerin Anika Herzberg einen Sehnsuchtsgesang aus dem Fenster in die Nacht.

Ob die Besucher nun dem Glück ein Stück näher gerückt waren, oder sich vielleicht die Suche nach demselben schon als eigentliches Ziel zu betrachten ist, blieb offen. Das Programm, zusammengestellt von den künstlerischen Leitern Sylvia Wanke und Dr. Helmut Landwehr, ermöglichte in jedem Fall glückliche Augenblicke in einem außergewöhnlich schönen Garten.