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© Corinna Jacobs

Marbach am Neckar

Das Städtchen Marbach ist, so lässt sich ohne Übertreibung sagen, die deutsche Hauptstadt der Literatur. Seinen Anfang nahm alles im November 1759, als der bedeutendste Sohn der Stadt geboren wurde: Friedrich Schiller.

Nur wenige Jahrzehnte nach seinem Tod wurde der Schillerverein gegründet, der zum 100. Geburtsjubiläum des Dichters das Geburtshaus als Museum einrichtete. Als es für die gesammelten Reliquien zu eng wurde, eröffnete 1903 das Schiller-Nationalmuseum.

Dieses erfuhr Mitte des 20. Jahrhunderts die Erweiterung zum Deutschen Literaturarchiv, das heute mit über 1.200 Vor- und Nachlässen von Autoren und Verlagen ein Bild der deutschsprachigen Literarturgeschichte seit 1750 gibt.

Um es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wurde die Schillerhöhe 2006 um einen dritten Bau für die Literatur bereichert: das von David Chipperfield entworfene Literaturmuseum der Moderne, kurz LiMo genannt. Hier geben Dauer- und Wechselausstellungen Einblicke in Handschriften des 20. Und 21. Jahrhunderts, darunter wertvolle Autographen von Kafka oder Hesse.

Wer sich in die historische Altstadt begibt, den erwartet ein romantisches Fachwerkensemble mit Bauten aus dem 18. Jahrhundert, das als Gesamtanlage unter Denkmalschutz steht. Ihr Schmuckkästchen, die Holdergassen, erinnert an die lange Weinbaugeschichte der Stadt. Das ebenfalls als Museum geführte Geburtshaus Tobias Mayers ehrt einen der bedeutendsten Naturwissenschaftler des 18. Jahrhunderts.

Open-Air-Veranstaltungen auf dem historischen Burgplatz oder der Schillerhöhe, Lesungen vor Schillers Geburtshaus, der Orgelsommer in der spätgotischen Alexanderkirche mit einer Voit-Orgel von 1868, die Schillerwoche rund um den Dichtergeburtstag, deren Höhepunkte die Schillerrede und alle zwei Jahre die Verleihung des Schillerpreises sind, oder das Fest des 18. Jahrhunderts, bei dem sich viele Marbacher Bürgerinnen und Bürger auf Zeitreise in die Schillerzeit begeben, sorgen für eine lebendige Kulturszene.

Mit der Stadthalle Schillerhöhe, dem Schlosskeller und dem Humboldtsaal werden drei Veranstaltungsstätten regelmäßig bespielt.