Göppingen
Allgemeine Informationen
Das kulturelle Selbstverständnis Göppingens ist durch die staufische Vergangenheit geprägt. Die Stadt wurde erstmals im Jahr 1154 in einer Urkunde Kaiser Friedrichs Barbarossa erwähnt. Auf der Markung der Stadt liegt der „Hohenstaufen", auf dem die Stammburg der Herrscher stand. Der Name des Berges wurde zum Namen der Burg, der Herrscherfamilie und schließlich zum Namen einer Epoche – der Stauferzeit. Die Stadt Göppingen führt deshalb das Attribut „Hohenstaufenstadt".
Einem anderen historischen Bezugspunkt begegnet man im „Maientag": 1650 feierte man in Göppingen mit einem Dankes- und Friedensfest das Ende des Dreißigjährigen Krieges. Daraus entstand eine Tradition, die – von kurzen Unterbrechungen in Kriegs- und Notzeiten abgesehen – bis heute andauert. Der „Maientag" steht im Rang eines Göppinger „Nationalfeiertages".
Göppingen entwickelte sich nach 1850 zu einer der hoch industrialisierten Städte Baden-Württembergs. Noch immer prägen die Metall verarbeitende Industrie und der Maschinenbau das wirtschaftliche Geschehen. An diese Zeit des wirtschaftlichen Aufbruchs erinnern noch heute markante Fabrikfassaden und Fabrikantenvillen im Stadtbild. Zu den Unternehmen mit Weltgeltung gehören die Firma Märklin (Modelleisenbahnen) und die Firma Schuler (Industriepressen, auf denen zum Beispiel weltweit fast 80 % des gesamten Münzgeldes geprägt werden).
Mit der Industrialisierung wurde Göppingen aber auch zu einer Hochburg der Arbeiterbewegung im deutschen Südwesten. Dies brachte der Stadt bis in die 20er- Jahre den Ruf eines „roten Göppingen" ein.
Heute leben in Göppingen 57.000 Menschen aus 116 Ländern. Über 20 % der Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund, das heißt, diese Menschen kommen selbst aus einem anderen Land oder ihre Eltern sind aus einem Land außerhalb Deutschlands nach Göppingen migriert.
Sehenswürdige Gebäude
_ Burgruine Hohenstaufen
Die Stammburg der Staufer wurde 1525 im so genannten Bauernkrieg zerstört. Die Fundamente wurden in den 1930er- und 1970er-Jahren ausgegraben.
_ Werke des Baumeisters Heinrich Schickhardt (1558–1635):
Stadtkirche 1618/19
Badherberge in Jebenhausen (heute Naturkundliches Museum)
_ Stiftskirche Faurndau vom Beginn des 13. Jahrhunderts
einzig erhaltenes Bauwerk in Göppingen aus der Stauferzeit.
_ Rebenstiege im Schloss aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts:
Wendeltreppe, die vom Steinmetz auf der Unterseite mit einem emporrankenden Rebstock versehen wurde
_ Schachbrettartiger Stadtgrundriss
nach klassizistischen Vorstellungen seit dem Wiederaufbau nach einer Brandkatastrophe im Jahr 1782
Bemerkenswerte Initiativen und Einrichtungen
_ ODEON Kultur und Kontakt e.V. im Alten E-Werk (Kulturinitiative):
Jazz, Kleinkunst, Kabarett
_ Fabrik Kunst und Kultur e.V.
Soziokulturelles Zentrum in der ehemaligen Chapel der amerikanischen Truppen, die bis 1991 in Göppingen stationiert waren
_ Stadtverband Kultur in Göppingen e.V.
Dachverband der kulturschaffenden Vereine
_ Stadthalle
Veranstaltungs- und Kongresszentrum
_ Kunsthalle
Internationale Ausstellungshalle für zeitgenössische Kunst
_Märklin-Erlebniswelt
Ausstellung von historischen und aktuellen Eisenbahnen
_ Städtisches Museum im „Storchen"
Sammlung von historischem Spielzeug und alltagsgeschichtliche Ausstellung
_ Jüdisches Museum
Musik in Göppingen
Klassische Musik, Kirchenmusik, Jazz und symphonische Blasmusik – das sind die Schwerpunkte und Stärken des musikalischen Angebots in Göppingen, das vor allem von Vereinen, privaten Initiativen, den Kirchen und der Stadt getragen wird. Die Jugendmusikschule und die städtische Jugendkapelle sowie das städtische Blasorchester bieten dem musikalischen Nachwuchs vielfältige Möglichkeiten zur Ausbildung. Sowohl das Jugendorchester der Jugendmusikschule als auch die städtische Jugendkapelle haben auf Landes- und Bundesebene Auszeichnungen und Preise gewonnen. Diese Orchester führen im Verlauf des Jahres fünf bis sechs Konzerte – darunter auch Lehrerkonzerte – auf. Darüber hinaus werden sie auch gerne bei städtischen Empfängen und Feierlichkeiten eingesetzt. 17 Musikvereine und 16 Chöre ergänzen das musikalische Leben in der Stadt mit ihrem Angebot und zahlreichen Aufführungen.
Daneben gibt es seit einem Jahr eine Reihe mit Neuer Musik in der Kunsthalle, die vom Netzwerk Süd initiiert und mitfinanziert wird.
Im so genannten „Bandhaus“ proben insgesamt 23 Bands unterschiedlicher Richtungen aus dem Göppinger Raum und veranstalten in der ehemaligen amerikanischen Kirche („Chapel“) Konzerte.
Ausgewählte Veranstaltungen
_ Maientag
_ Festival „Musik auf Schloss Filseck"
Klassik, Jazz, Cross-over, Musicals für Kinder
_ Fest im Park
U-Musik
_ Museumsfest
_ Woche der Orgelmusik im Oktober
_ Theatertage
Internationales Festival des Amateurtheaters
_ Staufertage
Tagung der Gesellschaft für Staufische Geschichte mit internationalen Wissenschaftlern, Studierenden und Geschichtsinteressierten
_ Märklintage
Stammhaus der Firma Märklin Modelleisenbahnen, Börse für Sammler
Unterstrichen
Göppingen ist von der Tradition her eine Industriestadt. Sport (insbesondere Handball) hat einen höheren Stellenwert als Kultur. Kulturpolitik hat es von daher immer schwerer als in Städten vergleichbarer Größe, die auf bürgerliche Traditionen aufbauen können.
Ausgeprägt ist die Tradition der Kulturvereine. Hier sind insbesondere Chöre und Musikvereine zu nennen. Daneben gibt es seit den 70er- und 80er-Jahren gute soziokulturelle Initiativen.
Überregionale Bedeutung haben derzeit die Kunsthalle und im Bereich der kulturellen Bildung die Stadtbibliothek.
Die kommunale Kulturarbeit konzentriert sich darauf, städtische Einrichtungen im kulturellen Bereich zu koordinieren und profilierte und innovative Programme zu entwickeln. Seit 1994 gibt es Kulturförderrichtlinien, seit 1997 wird der Kulturbericht „Städtische Kulturpolitik-Aktivitäten und Perspektiven der kommunalen Einrichtungen" herausgegeben.
Verfasser:
Kulturreferat Stadt Göppingen