Leonberg

Leonberg ist das Tor zur Region Stuttgart.
 Menschen, die aus nördlicher Richtung in den Ballungsraum um Stuttgart kommen, sei es aus Würzburg, Nürnberg und Heilbronn, aus Freiburg, Karlsruhe und Pforzheim oder aus dem nördlichen Schwarzwald nutzen das Leonberger Kreuz, einer der wichtigsten Knotenpunkte des europäischen Straßennetzes. Ihr Blick auf Leonberg kündet von einer modernen Stadt mit einem Zentrum aus markanten Hochhäusern unterhalb des Engelbergs.

Aber man sollte sich nicht täuschen: Leonberg ist eine Stadt der Gegensätze. Bewegt man sich in die Stadt hinein, wird man überrascht von einer auf einem Bergsporn gelegenen, pittoresken Altstadt, die auf einer mächtigen Terrasse am Schloss den einzigen Renaissance-Garten Süddeutschlands beherbergt, den Pomeranzengarten. 

Im Stadtteil Eltingen, der aus einer ehemals selbstständigen, bäuerlich geprägten Gemeinde hervorgegangen ist, findet sich eine der schönsten Dorfstraßen der Region. Ebenso haben sich die drei Ortsteile Warmbronn, Höfingen und Gebersheim ihren eigenständigen Charakter bewahrt. 


Diese Gegensätze bewirken eine Vielfalt nicht nur der Architekturen, sondern auch im gesellschaftlichen Leben der Stadt, das einerseits von einer lebendigen Streitkultur, andererseits von dem traditionell ausgeprägten bürgerschaftlichen Engagement geprägt ist. Gegenwärtig bestimmt die Neugestaltung des früheren Geländes der Leonberger Bausparkasse, eines großen Areals in der Mitte der Stadt, die Diskussion aller politisch und gesellschaftlich relevanten Gruppierungen. 


Berühmte Persönlichkeiten
, wie der 1775 hier geborene Philosoph Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, hinterließen über die Jahrhunderte ihre Spuren in Leonberg. Der Astronom Johannes Kepler besuchte im 16. Jahrhundert in Leonberg die Schule. Der Dichter und Bauer Christian Wagner, im Stadtteil Warmbronn geboren, setzte sich Ende des 19. Jahrhunderts für eine Naturethik ein und wurde so zu einem der Urväter der Naturschutzbewegung. Aber auch einer der eifrigsten Hexenverfolger vor dem 30-jährigen Krieg, Lutherus Einhorn, war Vogt in Leonberg; Keplers Mutter konnte seinem Todesurteil nur knapp entkommen. 

Heute haben bekannte Persönlichkeiten Leonberg zu ihrem Wohnsitz ausgewählt, wie Frei Otto, Helmut Rilling oder Helmut Lachenmann. 


Gerne wird in Leonberg gefeiert: Auf die längste Geschichte und den größten Publikumszuspruch kann der Pferdemarkt verweisen. Von Herzog Friedrich Karl im Jahre 1684 als „Rossmärkt“ genehmigt, findet der Höhepunkt dieses inzwischen viertägigen Fests jährlich am zweiten Dienstag im Februar statt. Zu den neueren Festen zählen die ebenfalls jährlich stattfindenden Kinder- und Jugendtage oder die Lange Kunstnacht in der Leonberger Altstadt. 

Ein Markenzeichen der Stadt sind die in aller Welt bekannten und geschätzten „Leonberger Hunde“, eine liebenswerte Mischung aus Bernhardiner, Neufundländer und pyrenäischem Wolfshund, der 1846 erstmals von dem Leonberger Bürger Heinrich Essig gezüchtet worden ist. Anlässlich der jährlichen Züchtertreffen reisen Hundefreunde aus allen Erdteilen an. 


Sehenswerte Gebäude
finden sich in Leonberg in großer Zahl: 

_Die Stadtkirche (1312-1574) mit den Epitaphien des Renaissance-Bildhauers Jeremias Schwarz – Auftrittsort der Johanneskantorei. 

_Der Schwarze Adler (1351) – ein Traditionslokal, in dem vor 500 Jahren der erste württembergische Landtag zusammentrat. 

_Der Pomeranzengarten, in dem Lesungen und Konzerte stattfinden können. 

Der Marktplatz mit dem Alten Rathaus (1480) – ein Ensemble sehenswerter Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert. 

_Der Galerieverein, ein gelungener Umbau einer 200 Jahre alten Scheune zur Galerie für zeitgenössische Kunst. _Das Stadtmuseum, in der ehemaligen Lateinschule, die schon Johannes Kepler besucht hat, das Bauernhausmuseum im Stadtteil Gebersheim und das Christian-Wagner-Haus Warmbronn, in dem der Dichter einst lebte. 

_Der ehemalige Autobahntunnel, in dem 1944/45 die Häftlinge des Leonberger Konzentrationslagers für die Rüstungsindustrie arbeiten mussten. 

_Die Katholische Kirche St. Johannes (1953), deren Innenraum von dem Bildhauer Matthias Eder neu gestaltet worden ist und eine bemerkenswerte Mühleisen-Orgel hat. 

_Der Stadtpark mit der Stadthalle für 750 Besucher und dem Friedensmahnmal des Bildhauers Hans D. Sailer. 


Das Musikleben
von Leonberg prägen nicht nur die traditionsreiche Jugendmusikschule, sondern auch zahlreiche Orchester und Chöre. Neben den drei Blasorchestern Stadtkapelle Leonberg, Lyra Eltingen und Musikverein Höfingen sind als Flaggschiffe der klassischen Musik die Graun-Gesellschaft Warmbronn und das Sinfonieorchester Leonberg zu nennen. Ersteres widmet sich, wie der Namensgeber schon zeigt, der Barockmusik (Leitung Albert Boesen). Das Sinfonieorchester unter der Leitung von Alexander Adiarte sammelt gerade Erfahrungen mit zeitgenössischer Musik. An der Jugendmusikschule sind bekannte Lehrerpersönlichkeiten tätig, unter anderem der Jazzpianist Patrick Bebelaar. 

Unter den zahlreichen Chören ragen die Johanneskantorei (Leitung Attila Kalman) und die Camerata VocaLeo (Leitung Wilhelm Bäuml) heraus.  

Alle Strömungen zeitgenössischer Rockmusik sind bei dem jährlichen Warmbronner Open Air vertreten. Daher hat sich in Leonberg eine lebendige Szene junger Bands entwickelt, die sowohl in der Jugendmusikschule als auch in den Jugendhäusern aktiv sind. 

Als Aufführungsort für Konzerte bieten sich neben den Kirchen und der Stadthalle auch das Theater im Spitalhof an, ein Kammertheater im Herzen der Altstadt, die Aulen der beiden in Leonberg beheimateten Gymnasien oder das Gebäude des Galerievereins. 

Verfasser: 

Stadt Leonberg 
Amt für Kultur, Erwachsenenbildung, Sport und Stadtmarketing (KESS)

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