Remseck am Neckar: am Fluss / im Fluss
Panta rhei – alles fließt. Sagen die alten Griechen. Aber nicht in Remseck! Sagen die Autofahrer, die hier täglich im Stau stehen. Wir sagen: Bis auf den Verkehr ist in unserer jungen Stadt so ziemlich alles im Fluss …
Und das ist nicht nur im übertragenen Sinn, sondern auch wörtlich gemeint, denn Remseck liegt gleich an zwei Flüssen: Genau hier nämlich kommt die kleine, wendige Rems „um die Ecke“ und mündet in den breiten, trägen Neckar. So entstand 1975 auch der Name unserer Kommune: Remseck am Neckar.
Die Stadt an den zwei FLÜSSEN,
wo sich Rems und Neckar KÜSSEN.
So weit, so poetisch.
Was dann folgt, ist rasanter Wandel. Die Bevölkerung schnellt von 15.000 auf 23.000 Einwohner, mit weiter steigender Tendenz. Doch die Demografie wird auch vor Remseck nicht halt machen und so steht für die Zukunft der nächste Wandel an: Wenn die Einwohnerzahlen sinken und die Herausforderungen steigen.
Wandel und Veränderung sind ständige Begleiter unserer jungen Kommune. Erst 1975 erblickt „Remseck am Neckar“ als Kind der Gemeindereform das Licht der Welt. Weil Politiker entscheiden, fünf eigenständige Gemeinden in einen Topf zu werfen und zu fusionieren.
Und damit nicht genug: 1995 beginnt Remseck mit der Aufsiedlung von Pattonville, einer US-amerikanischen Siedlung, die als neuer sechster Stadtteil eine höchst erfolgreiche Entwicklung nimmt. Der Wandel von tristen Kasernen in eine „Stadt im Grünen“ mit über 4.500 Menschen beeindruckt 2006 auch Bundespräsident Horst Köhler.
Heute gibt es 22.700 Remsecker.
Oder sind es 22.700 Aldinger, Hochberger, Hochdorfer, Neckargröninger,
Neckarremser und Pattonviller?
Der Wandel vom rivalisierenden Ortsteildenken hin zu einer gemeinsamen, starken Identität als Bürger Remsecks ist in vollem Gange und längst keine Zukunftsmusik mehr. Dennoch: Der Satz „Ich bin Remsecker“ kommt noch nicht jedem spontan und selbstverständlich über die Lippen.
Remseck ist also eine Stadt, die erst dabei ist, sich selbst zu definieren.
Einen wichtigen Identitätsschub gibt es 2004 mit dem Aufstieg der Gemeinde zur Großen Kreisstadt. Aus dem unbedeutenden „Naherholungsgebiet“ für die umliegenden starken Städte wird eine Kreisstadt, die heute aktiv nach innen und außen agiert und selbstbewusst ihre Interessen vertritt: Zum Beispiel mit der Forderung nach einer neuen Brücke außerhalb der Stadt, die das Zentrum vom Verkehr entlastet.
Wobei es „das Zentrum“ im klassischen Sinne noch gar nicht gibt. Die so genannte „Neue Mitte“ ist das Jahrhundertprojekt für Remseck. Dort wo heute zwei Flüsse, drei Brücken und drei Ortsteile aufeinander treffen, wo die Stadtbahn ihre Endhaltestelle hat und wo der Fernverkehr die Stadt zerschneidet, soll ein urbanes Zentrum entstehen, das Rems und Neckar gestalterisch integriert.
Denn den Wert des Wassers und der Flusslandschaften hat man im Rathaus längst erkannt. Viele ambitionierte Projekte sind inzwischen angelaufen, die die Flüsse vor unserer Haustür verwandeln und erlebbar machen: Neckar und Rems sollen renaturiert werden, Sandstrände für die Freizeit und Laichgewässer für den Naturschutz sollen entstehen.
Und weil das Wasser und der Wandel so typisch sind für unsere Stadt, ist Remseck ehrgeizig genug, sich auch gleich für die „Kleine Landesgartenschau“ und im Verbund mit dem Remstal für eine große Landesgartenschau zu bewerben.
Remseck am Neckar bleibt also auch weiterhin eine Stadt im Fluss.
Und wo spielt nun die Musik?
Natürlich überall in Remseck. Aber im Rahmen des Festivals „Zukunftsmusik“ wollen wir in der Interaktion mit den Künstlern vorrangig unsere Jugendmusikschule sowie eventuell Laien aus dem Bereich „Bürgerschaftliches Engagement“ in dieses Projekt einbeziehen.
In unserer Jugendmusikschule haben sich über 900 Kinder und Jugendliche der Musik und dem Gesang verschrieben. Seit 1978 kann man alle gängigen Instrumente von der Blockflöte bis zur Tuba, aber auch Rock, Pop, Jazz und Musical erlernen. Mehr als 30 Fachkräfte bieten dezentral Kurse in allen Ortsteilen an und arbeiten eng mit den Bildungseinrichtungen zusammen. Das monatliche „Konzert am Mittwoch“ hat sich zu einem beliebten Forum für den Nachwuchs entwickelt. Und bei vielen öffentlichen und privaten Anlässen sind die Schüler und Lehrer unserer Jugendmusikschule verantwortlich für die musikalische Gestaltung.
Wer gibt den Ton an?
Informationen zum Projekt erhalten Sie beim Leiter des Kultur- und Sportamts, Raphael Dahler, Tel. 07146/289-145
Verfasserin: Stefanie Saam, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Stadt Remseck am Neckar