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Festival 2020

Unter Beobachtung. Kunst des Rückzugs

Vor dem Hintergrund einer immer transparenter werdenden Gesellschaft untersucht die KulturRegion Stuttgart die changierende – oder sich sogar auflösende – Grenze zwischen Privatheit und Öffentlichkeit. In diesem Spannungsfeld beschäftigt sich das Projekt mit wichtigen aktuellen Themen wie der Überwachung im öffentlichen Raum, Datenspeicherung und Datenklau, sozialen Medien und ständiger Verfügbarkeit sowie Strategien des Rückzugs.

Gibt es noch Rückzugsorte, um sich als Individuum zu schützen und zu behaupten? Wo sind die Refugien, Idyllen oder Freiräume, in denen wir Zuflucht finden? Können Kunst und Kultur solche Rückzugsmöglichkeiten sein? Oder stehen wir letztlich doch immer unter Beobachtung?

Nationale und internationale Künstler*innen verschiedener Sparten befassen sich mit diesen Fragen und entwickeln in den 21 teilnehmenden Kommunen Kunstwerke zu den Themen »Unter Beobachtung« und »Kunst des Rückzugs«. Dabei werden z.B. Überwachungsszenarien (de-)konstruiert, (Selbst-)Inszenierungen von Menschen in der Öffentlichkeit arrangiert, vorhandene Rückzugsorte in den Städten inszeniert oder neue aufgespürt und erschaffen. Alte Fabrikhallen, leerstehende Gebäude oder Brachflächen werden ebenso in Szene gesetzt wie Kirchen, Parkanlagen oder Bushaltestellen.

In einem regionsweiten Festival, das vom 25. September bis 18. Oktober 2020 stattfindet, werden die Kunstwerke als facettenreiches Themenfeld inszeniert.

Kampagne 2019

Geschichten unter der Haube

Die KulturRegion Stuttgart begab sich 2019 auf die Suche nach unbekannten Geschichten aus der Region. Und wo könnten diese besser erzählt werden als in einem Friseursalon? Von Juni bis Oktober 2019 reiste ein mobiler Pop-up-Salon durch die Region Stuttgart und machte an öffentlichen Plätzen in 23 Städten und Gemeinden Halt.

Im gemütlichen Friseur-Ambiente konnte man »unter der Haube« Platz nehmen – und sich etwas erzählen lassen: Die Friseurhauben spielten Geschichten von Menschen aus der Region ab. Gesammelt und aufbereitet wurden diese Geschichten von den Stuttgarter Autoren Jonas Bolle, Simon Kubat und Christian Müller.

Die Geschichten bewegen sich in den Themen erste Liebe, Paradies oder Arbeit – Bereiche des menschlichen Lebens, in denen sich viele prägende Geschichten ereignen.

Über Geschichten lernen wir unsere Mitmenschen und Nachbarn kennen und erfahren, was sie bewegt und welche Geschichten ihr Leben geprägt haben. Geschichten erzählen etwas über die Menschen einer Region. Der Pop-up-Salon lud auch dazu ein, vor Ort ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. Als offener Treffpunkt stellte er für einige Tage einen Rückzugsort, einen Ort für die Begegnung von Menschen mitten im öffentlichen Leben einer Stadt dar.

Produktionskunst-Festival 2018

Drehmoment

Was passiert, wenn Kunst und Produktion aufeinandertreffen? Die Region Stuttgart ist einer der führenden Industriestandorte Europas. Diese Stärke möchte die KulturRegion Stuttgart nutzen und neue Freiräume für die Kultur schaffen. Das Projekt »Drehmoment« öffnete der Kunst den Zugang zu industriellen Ressourcen in der wirtschaftsstarken Region. Nationale und internationale Künstler arbeiteten in Industrie- und Handwerksbetrieben und entwickelten dort mithilfe der ungewohnten Möglichkeiten – Maschinen, Fertigungsprozessen, Produkten oder der Belegschaft – neue Kunstwerke.

Bei einem regionsweiten Festival im Oktober 2018 konnte diese außergewöhnliche ›Produktionskunst‹ – von Klanginstallationen oder Skulpturen bis hin zu Roboter- und Virtual-Reality-Kunst – entdeckt werden.

Durch interdisziplinäre Zusammenarbeit schuf »Drehmoment« Raum für gegenseitige Inspiration, Innovation und künstlerische Forschung, indem Künstler die Grenzen technischer Infrastruktur ausloteten, Verfahrensmuster aufbrachen und so neue Sichtweisen ermöglichten. Im Fokus der künstlerischen Arbeiten standen die Veränderungen in der Lebens- und Arbeitswelt, die uns alle in den kommenden Jahren betreffen werden, beispielsweise durch fortschreitende Digitalisierung oder E-Mobilität. Die Region wird so zu einer Plattform für die Entwicklung zukunftsweisender Ansätze und eines kreativen und innovativen Umfelds.

Kampagne 2017

#sprichklartext

Worte schaffen Wirklichkeit. Anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 reflektiert die KulturRegion Stuttgart gemeinsam mit Jugendlichen der Region kritisch den Sprachgebrauch in Kultur, Alltag und Politik.

Wie prägen Worte und Sprache unsere Wahrnehmung und Wirklichkeit? Welche Macht kann Sprache haben? Und was bedeutet das für uns und unsere Verwendung von Sprache?

Menschen versuchen durch Worte und Sprache andere Menschen zu beeinflussen – oder auch sich durch leere Worte und Floskeln der Verantwortung für das Gesagte zu entziehen.

Was steckt hinter den Worten? Wird zu wenig Klartext gesprochen? Gibt es auch ein »Zuviel« an Klartext?

Luther revolutionierte mit seiner Übersetzung der Bibel die deutsche Sprache. Welchen Beitrag leisten wir?

In Workshops mit Wort- und Sprachkünstlern hinterfragen Jugendliche der Region Sprache und gebräuchliche Ausdrucksformen auf künstlerisch-kreative Weise.

© Nicolas Bernklau und Tobias Müller

Lichtkunstfestival 2016

Aufstiege

Vom 16. September bis zum 9. Oktober 2016 fand das Lichtkunstfestival »Aufstiege« der KulturRegion Stuttgart in 25 Städten und Gemeinden statt. Nach Einbruch der Dunkelheit ließen sich drei Wochen lang Installationen und Projektionen auf zahlreichen Treppen und Anstiegen entdecken. Joachim Fleischer, Stuttgarter Lichtkünstler und Kurator des Festivals, hatte KünstlerInnen aus zehn Nationen eingeladen, sich von den Aufstiegsorten der Region inspirieren zu lassen.

Die über 40 Licht- und IntermediakünstlerInnen entwickelten spezifische Arbeiten für Stäffele, Freitreppen, Türme oder Unterführungen. Die Kunstwerke überraschten an frei zugänglichen Orten von Herrenberg bis Schwäbisch Gmünd und Bietigheim-Bissingen bis Bad Urach.

Plakatkampagne 2015

Inspiration

Die künstlerisch gestaltete Plakatkampagne »Inspiration« beleuchtete vom ­26. Mai bis zum 11. Juni 2015 Weltanschauungen historischer und zeitgenössischer Geistesgrößen der Region Stuttgart. Sie zeigte die Region als florierende Stätte des Erfindertums und thematisierte dabei vorrangig die dahinterstehenden Persönlichkeiten und Geisteshaltungen.

Über 300 Großflächenplakate im öffentlichen Raum zeigten Porträts und Glaubenssätze von 17 visionären Persönlichkeiten wie Robert Bosch, John Cranko, Margarete Steiff oder Hartmut Esslinger. Anlässlich des Deutschen Evangelischen Kirchentages 2015 wurden die Motive der ganzen Region präsentiert und fragten Passanten: Was inspiriert Dich?

Kooperationspartner
  • Wirtschaftsförderung Region Stuttgart
  • Regio Stuttgart Marketing und Tourismus e.V.
  • SportRegion Stuttgart e.V.
  • Evangelische Landeskirche in Württemberg
  • Akademie der Media Stuttgart
  • Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd
  • Lazi-Akademie Esslingen
  • Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation Stuttgart
  • Merz Akademie Stuttgart
  • Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

Jahresprojekt 2014

Garten Eden

Die KulturRegion Stuttgart ließ 2014 vielfältige Visionen zum Thema »Garten Eden« Wirklichkeit werden. Vom 16. Mai bis zum 28. September 2014 erlebten Bürger in öffentlichen und privaten Grünanlagen, in Schrebergärten, Dachgärten, Galeriegärten oder bei Urban-Gardening-Initiativen Kunstprojekte aller Sparten.

Bürger und Künstler beschäftigten sich mit der Leitfrage »Was ist deine Vorstellung vom Paradies?« und machten so die kreative Vielfalt der Region erlebbar.