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in Zusammenarbeit mit: Hochschule Esslingen

© Maike Sander

Esslingen am Neckar, Hochschule Esslingen

Cornelia Sollfrank: »Computer-aided Protest«

Digitalisierung und soziale Medien markieren einen großen Einschnitt in der Entwicklung von Protestbewegungen. Durch das Zusammenspiel verschiedener Medien werden völlig neue Formen von Protest möglich. Diese können nationale Grenzen ignorieren und dadurch eine Solidarisierung auf internationaler Ebene fördern. Neben größeren Organisationen sind individuelle Nutzer in der Protestkommunikation bestimmend für den politischen Erfolg geworden. Durch »liken« und »teilen« werden Teilöffentlichkeiten geschaffen, die in der Lage sind, mediale und politische Agenden zu bestimmen. Aber das ist nur ein Teil der Geschichte, denn gleichzeitig werden die neuen Medien genutzt, um mit gezielten Manipulationen und Fehlinformationen Meinungen zu beeinflussen.

In mehreren Formaten nähert sich die Künstlerin Cornelia Sollfrank (PhD) dem Thema digitale vernetzte Technologien unter Gender-Gesichtspunkten. Die Dokumentationsausstellung an der Hochschule Esslingen »Computer-aided Protest« zeigt Aktionsrelikte einer technofeministischen Protest-Inszenierung, die unter dem Titel »Purple Noise – UP!« als Intervention im öffentlichen Raum (online und offline) umgesetzt wurde.

Als Bühne hierfür diente das Esslinger Kulturfest »Stadt der Frauen*« vom 28. bis 30. September 2018. Anhand der lokalen und inszenierten feministischen Protestbewegung wurde der Einsatz von social bots und kaufbarem Engagement (Likes, Retweets, Comments) untersucht.

Im Rahmen des Studium Generale findet an der Hochschule Esslingen zudem am 9. Oktober 2018 eine Lecture/Performance zum Thema »Die andere Technologie. Warum Technik nicht neutral ist und wer das weiß« statt. Dabei unternimmt die Künstlerin einen Streifzug durch die Science and Technology Studies (STS) und will damit ein Bewusstsein schaffen für die Naivität, die wir im täglichen Umgang mit Technik an den Tag legen.

Die Künstlerin

Cornelia Sollfrank (PhD) ist Künstlerin, Forscherin und Hochschullehrerin und lebt in Berlin. Wiederkehrende Themen in ihrer Arbeit mit und über digitale Medien und Netzkultur sind Formen der (politischen) Organisierung, Autorschaft und geistiges Eigentum, Gender und Technofeminismus. Sie ist Mitbegründerin der cyberfeministischen Kollektive frauen-und-technik, -Innen sowie Old Boys Network und derzeit tätig im Forschungsprojekt »Creating Commons« an der Hochschule der Künste in Zürich. Ihr neues Buch »Die schönen Kriegerinnen. Technofeministische Praxis im 21. Jahrhundert« erscheint demnächst bei transversal, Wien.

Website der Künstlerin

Der Partner

Hochschule Esslingen

Die Hochschule Esslingen gehört zu den führenden Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Deutschland. Ihre Schwerpunkte in Lehre und Forschung liegen in den Bereichen Ingenieurwesen, Betriebswirtschaft, Sozial- und Pflegewissenschaften.

Sie beherbergt 11 Fakultäten mit 25 Bachelor- und 13 Masterstudiengängen, in denen mehr als 6.200 Studierende eingeschrieben sind. Die Hochschule pflegt ein enges Netzwerk mit regionalen und überregionalen Wirtschafts- und Industrieunternehmen sowie sozialen Organisationen. Dadurch wird in den Studiengängen ein hohes Maß an Praxisorientierung gewährleistet. Den Studierenden stehen an den drei Standorten der Hochschule in Esslingen (Stadtmitte und Flandernstraße) sowie in Göppingen über 55 hochmoderne Labore zur Verfügung. Die Hochschule Esslingen ist ein internationaler Campus. Sie bietet Austauschprogramme mit 70 Partnerhochschulen weltweit an. Jährlich kommen rund 900 internationale Studentinnen und Studenten nach Esslingen oder Göppingen.

Website der Hochschule

Wo finde ich den Drehmoment?

Die Dokumentations-Ausstellung »Computer-aided Protest« wird in der Hochschule Esslingen (Campus Stadtmitte) gezeigt.

Adresse

Hochschule Esslingen
Gebäude 1, Erdgeschoss
Kanalstraße 33
73728 Esslingen am Neckar

Ausstellungsdauer

8.–28.10.2018
(Eröffnung: 5.10.2018, 14 Uhr)

Öffnungszeiten

wochentags 8–18 Uhr