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Elef (31), Luca (31) und Gamze (15)

Elef: Ich lebe gern in Fellbach. Du hast hier alles um dich rum, was du brauchst: öffentliche Verkehrsmittel, du brauchst eigentlich kein Auto, du hast Supermärkte, Tankstellen, McDonald’s.

Luca: Ich komm gern samstags auf den Wochenmarkt. Fellbach ist meine Heimat. Ich bin hier aufgewachsen, ich bin hier groß geworden. Ich würde mich hier noch betrunken zurechtfinden.

Elef: Selbst wenn ich umziehen müsste, würde ich hier im Umkreis bleiben. Ich ziehe hier nicht weg.

Luca: Man grüßt sich auf der Straße und redet. Das ist irgendwie ganz angenehm.

Gamze: Ich stimme euch voll zu. Aber ich muss nicht hierbleiben. Ich will woanders studieren.

Elef: Ich wäre gerne jetzt jung. Weil die Jugendlichen heute schon wissen, was sie wollen. Das hab ich früher nicht gewusst. Die Jugendlichen heute lernen auch richtig was. Hätte ich früher mehr aufgepasst, würde ich heute vielleicht mehr Geld verdienen. Ich habe nur gemacht, was mir Spaß gemacht hat. Ich habe tausende Euro an einem Abend fürs Partymachen ausgegeben. Das war auch toll. Aber irgendwann hast du die Schnauze voll. Irgendwann überlegst du dir: Du hast keine Frau, keine Kinder, du hast keine Wohnung, kein tolles Auto. Irgendwann habe ich mit meinem alten Leben abgeschlossen.

Luca: Ich wäre heute nicht gern Jugendlicher. Ich finde, dass Jugendliche heutzutage einfach nicht die Möglichkeit haben, sich mit sich selbst zu befassen. Sie bekommen von allen Seiten Druck: Schule, Eltern, Freundeskreis. Ich arbeite mit Jugendlichen und wenn ich die Azubis sehe, wie sie in der Pause nebeneinander sitzen, kein Wort miteinander sprechen, aber jeder auf sein Handy starrt, dann glaube ich: Die kennen ihre Freunde nicht und sich selbst auch nicht.

Gamze: Ich wäre nicht gern vor 20 Jahren jung gewesen, nicht als Mädchen. Als Mädchen würde ich überhaupt nicht in die Vergangenheit zurückreisen. Hallo, jetzt hab ich viel mehr Freiheiten. Und ich will auch keine eigenen Kinder haben. Höchstens welche adoptieren.