Logo KulturRegion Stuttgart

Fast wie auf einer Piazza

Ein Hauch Italien. Mit unserem Geschäft waren wir 10 Jahre am Marktplatz und nun gibt es Rebecca’s Feinkost schon über 20 Jahre in der Marktstraße in Winnenden.

Ich habe insgesamt 7 Geschwister. Ich bin eines der mittleren Geschwister.

Wir sind nachgekommen, als in Deutschland mit der Wohnung alles klar und geregelt war.

Die Älteste und die Jüngste hatte meine Mutter schon mitgenommen. Mein Vater war schon ein, zwei Jahre hier gewesen und hatte gearbeitet.

Aber dann waren wir als Familie erstmal wieder zusammen.

Meine Mutter hat dann hier noch die drei weiteren Kinder bekommen. Wir sind also mit acht Kindern schon wirklich eine große Familie. Sobald wir nicht mehr ganz klein waren, haben wir alle angefangen zu arbeiten, um ein Taschengeld zu haben und die Familie zu unterstützen.

Als ich etwa 13 oder 14 war, befand sich unten am Marktplatz ein Feinkostgeschäft. Das hat mir gefallen. Dort habe ich angefangen auszuhelfen. Kartons auspacken, dann auch an der Fischtheke und Hähnchenbraterei. Und so wurde ich Fisch-Fachfrau.

Meine Ausbildung habe ich dort dann allerdings nicht im Verkauf, sondern in Hauswirtschaft gemacht. Fast 20 Jahre war ich in diesem Betrieb tätig.

Irgendwann war ich im Urlaub in meiner Heimat, in Kalabrien.

Abends waren wir natürlich auf der Piazza.

Da spielt sich ein großer Teil des sozialen Lebens ab. Und dort habe ich dann meinen Mann kennengelernt.

Er war auch im Urlaub dort. Er lebte also auch in Deutschland und machte gerade Urlaub in seiner Heimat in Italien. Wir kamen sogar beide aus dem gleichen Dorf. Nur kannten wir uns davor nicht. Unsere Eltern kannten sich bereits.

Naja, und dort haben wir uns dann eben kennengelernt.

In Deutschland ist er bald aus dem Sauerland zu mir in den Süden gezogen und kurz darauf haben wir auch schon geheiratet. Das ging alles etwas schneller damals.

Als wir bereits 15 Jahre verheiratet waren, hat mein früherer Chef seinen Laden geschlossen. Wir haben das Geschäft nicht übernommen, aber haben genau in diesem Bereich, also mit Fisch und Feinkost aus Italien, ein eigenes Geschäft eröffnet.

Mein Mann kam zwar beruflich aus einer ganz anderen Richtung, aber wir haben ihn sehr eingebunden. Erst war er nur für den Einkauf und als Aushilfe dabei. Aber
es lief so gut, und gab so viel zu tun, dass er seinen alten Job aufgegeben hat und voll eingestiegen ist.

Hier im Laden findet auch viel Austausch statt. Die Leute kommen ins Gespräch. Ich bekomme immer wieder Allerlei aus dem Leben der Kunden mit und was sich so
in der Stadt abspielt. Und mich kennen auch alle.

Fast wie auf einer Piazza. So weht hier also ein Hauch Italien durch den Laden und durch Winnenden.