Logo KulturRegion Stuttgart

Linsen mit Spätzle überm offenen Feuer

Meine Mutter war bereits 44, als ich zur Welt kam. Der Arzt meinte eigentlich schon, das könnte nicht mehr gehen, und dann war ich auch noch ein Stammhalter. Das war natürlich eine große Feier, als ich geboren wurde. Nachts hat die Stadtkapelle zu meinen Ehren gespielt.

Als kleiner Junge war ich bei den Pfadfindern. Das gibt es jetzt auch wieder vermehrt. Ich war bei den Wölflingen. Dort gab es immer wieder Zeltlager. Und da mussten wir es erstmal hinbekommen, Linsen mit Spätzle überm offenen Feuer zu kochen, ohne sie anbrennen zu lassen. Da musste man ständig umrühren, damit das gut geht.

Zwischenzeitlich ist das mit den Pfadfindern ein bisschen eingeschlafen.

Dann habe ich mich in verschiedenen kirchlichen Jugendgruppen engagiert. Mit 16 habe ich mit zwei Kumpels auch schon ein Zeltlager mit 27 Kindern geleitet. Das wäre heute so auch nicht mehr möglich.

Später bin ich mit einer Gruppe älterer Jugendlicher von hier bis an den Bodensee gewandert. Jeder hatte sein Zelt auf dem Rücken. Einmal hat es gewittert, aber das hat man auch überlebt. Gut, zwei hatten ihr Zelt ein bisschen blöd aufgestellt, da stand dann eben das Wasser drin. Aber auch das hat man überlebt.

Zunächst hatten wir gar keinen Zeltplatz am Bodensee. Aber der Bürgermeister hat uns eine super Stelle gezeigt. Inzwischen ist das die beliebteste Stelle zum Zelten dort.

Ich hatte meiner Gruppe groß versprochen, dass wir am Bodensee ein bisschen feiern werden. Also auf eine Party gehen oder in die Disco. Da war aber nichts los. Ein Wirt hat uns aber angeboten, dass wir selber etwas machen können. Also, dass wir etwas Eigenes veranstalten können. Wir hatten zwei Tage Zeit. Das klang nach einer guten Herausforderung.

Wir haben also alles organisiert, das konnten wir ja ganz gut. Im Schwimmbad haben wir es ausrufen lassen und Werbung gemacht und dann war es genagelt voll am Ende. Also ein Riesenerfolg und eine super Veranstaltung. Wir haben bedient, es gab einen DJ und Getränke und alles, was dazugehört. Und uns hat es natürlich noch mehr Spaß gemacht, weil wir es selbst auf die Beine gestellt hatten. Der Wirt wollte, dass wir das öfter machen, aber für uns war das natürlich bloß ein Gag.

Jetzt ist meine Enkelin bei den Pfadfindern. Das finde ich gut. Das ist eine wichtige Sache. Das ist irgendwie auch ein Teil der Erziehung. Direkten Einfluß hat man eben nur zu einem gewissen Teil, aber wenn man darauf achtet, wo die Freunde sind und wo man sie hinbringt, da kann man schon auch viel mitgeben.

Ich glaube, da können solche Vereine oder Pfadfinder eine wichtige Rolle spielen. Ob als Mitglied oder eben als Leiter, wenn man dann selbst Verantwortung übernehmen kann. Das hat mir auch viel gebracht, glaube ich.