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Vernissage und Performance

Die mobile Galerie

© die arge lola, Andreas Langen

Am Gleis 1 des Stuttgarter Hauptbahnhofs gab es am 26. Juli 2014 ein ungewöhnlich hohes Personenaufkommen. Grund dafür war nicht Reiselust, sondern ein Kunstereignis. Am Gleis 1 rollte die »mobile Galerie« ein – eine Kooperation der KulturRegion Stuttgart mit der S-Bahn Stuttgart. 170 Kunstfreunde, Passanten und Percussionfans waren gekommen, um die Einweihung der »mobilen Galerie« bei einer spektakulären Percussion-Performance mitzuerleben und die zeitgenössische Kunst im Zug zu bestaunen.

Die Gäste wurden von Herrn Dr. Dirk Rothenstein, Geschäftsleiter der S-Bahn Stuttgart und Magdalen Hayes am Bahnsteig begrüßt. Petra von Olschowski, Rektorin der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste führte das Publikum in die künstlerische Konzeption der »mobilen Galerie« und die verschiedenen Herangehensweisen der vier KünstlerInnen an die Thematik Garten Eden ein.

Als der S-Bahn-Zug seine 12 Türen öffnete, strömten die neugierigen Gäste hinein. Mit einem kühlen Glas Sekt in der Hand nahmen sie Platz und machten es sich in der etwas ungewohnten Situation – einer stehenden Kunst-Bahn – gemütlich. Die sich einstellende Behaglichkeit wurde jedoch jäh unterbrochen: Plötzlich begannen acht Herren und eine Dame in orangenen Warnwesten von außen an den Zug zu hämmern. Die Ruhestörer stellten sich als Percussionisten heraus, die keinen Teil des Zuges vor ihren Sticks, Brushes und Bögen verschonten. Unter der Leitung von Bernd Settelmeyer bespielten die neun Musiker Gepäckablagen, Haltegriffe, Boden und Decke der S-Bahn und brachten sogar die Sektgläser der Gäste zum Klingen. Über die Sprechanlage kommentierte der Poetry-Slammer Timo Brunke das Treiben. Vom schwäbischen Rap über »es S-Bähnle« bis zur Übersetzung von Goethes »Mignon« in Kiez-Slang reichte Timo Brunkes Sprachspielerei: »Isch mach disch Paradies, Alter!«.

Nach den kraftvollen und im wahrsten Wortsinn aufrüttelnden Percussionklängen flanierte das Publikum durch den Zug. Dabei konnten die unterschiedlichen Ansätze zeitgenössischer Kunst betrachtet, bestaunt und diskutiert werden. Von Julia Schmids collagierten Zimmerpflanzen-Tableaus bis zu Sinje Dillenkofers vor blauem Hintergrund posierenden Schwarznasenschafen; von Thomas Deyles »Partituren« aus Zahlenkolonne und Zeichnungen hin zu Carolin Jörgs schwebenden Sprechblasen des Erstaunens. Die anwesenden KünstlerInnen Carolin Jörg, Thomas Deyle und Sinje Dillenkofer gaben dem interessierten Publikum gerne Auskunft.

Die »mobile Galerie« war bis Ende August 2014 in der Region Stuttgart unterwegs. Ein in der S-Bahn ausliegendes Begleitheft informierte die Fahrgäste über die Künstler und ihre ausgestellten Arbeiten.