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Wie wollen wir in Zukunft leben? Im Angesicht von Klimawandel und technologischer Transformation fragt die KulturRegion Stuttgart nach der Identität und den Werten der Region.

Denn die Zukunft ist keine technologische Lösung. Die Zukunft ist eine Kultur. Keine Batteriezellenfabrik, kein Quantencomputer und kein Stadtentwicklungsplan wird sie erschaffen. Denn die Zukunft ist die Voraussetzung dieser Erfindungen. Sie wird gelebt, nicht geplant und nicht verordnet. Die Zukunft ist eine bewährte Praxis, eine prägende Geschichte oder ein leitender Wert. Die Zukunft ist nicht neu. Frei nach den Worten des Science-Fiction-Autors William Gibson kann man sagen: Sie ist schon längst hier, nur ungleichmäßig verteilt.

In der gesamten Region Stuttgart finden sich Praktiken, Geschichten und Werte, die zukunftsweisend sind. Deshalb hat die KulturRegion Stuttgart in einem über einjährigen interkommunalen Prozess Projektentwicklungen in zahlreichen Kommunen initiiert, angeregt und begleitet. Von Teilhabestrategien in Esslingen am Neckar und Gerlingen, über lokale künstlerische Archäologie in Filderstadt, Marbach am Neckar und Sindelfingen, bis hin zu öffentlichen Zukunftslaboren in Bad Boll, Leonberg und Waldenbuch.

Unter Einbindung lokaler Kunst- und Wissenschaftsinstitutionen, Sport- und Kulturvereine wird in maßgeschneiderten Kulturprojekten mithilfe regionaler, nationaler und internationaler Künstler:innen ein lokaler identitätsstiftender Aspekt von Zukunft künstlerisch herausgearbeitet. So entsteht eine vielfältige regionale Landschaft möglicher Zukunftswelten.

Vom 23.9.–16.10.2022 werden diese Prozesse, Praktiken, Ideen und temporären Räume in einem mehrwöchigen interdisziplinären Festival in über 20 Kommunen in der Region Stuttgart sichtbar. Die Bandbreite reicht von Ausstellungen, Installationen und Konzerten bis hin zu partizipativen Arbeiten und öffentlichen Diskursformaten.

Bewohner:innen der Region, ob jung oder alt, Industriearbeiter:in oder Startup-Gründer:in, neu zugezogen oder seit Generationen hier verwurzelt, sind eingeladen, diese regionalen Werte der Zukunft in Kunst und Diskurs auszuprobieren und zu erfahren.

neueprobleme.fm

neueprobleme.fm ist ein Radio, das sich der Darstellung von Widersprüchen im Dreieck von Arbeit, Natur und Technologie widmet. neueprobleme.fm ist eine Neugründung im Rahmen von ÜBER:MORGEN, kuratiert von Julian Warner.

neueprobleme.fm ist weder reine Wissenschaft, Kunst oder Politik – sondern künstlerische Forschung. neueprobleme.fm ist Sound, ist gesprochenes Wort, ist Haltung, ist Frage, ist Labor.

neueprobleme.fm beginnt mit »Die Neue Arbeit«, als Album. Ganz genau: als Konzeptalbum. »Die Neue Arbeit« stellt Fragen: Warum arbeiten wir? Was sollen wir arbeiten? Was macht die Digitalisierung mit unserer Arbeit? Was ist zukünftig überhaupt noch Arbeit? Digitale Arbeit, handwerkliche Arbeit, Industrie 4.0, Ausbeutung, lebenslanges Lernen – macht Arbeit glücklich?

Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR.

Der künstlerische Leiter Julian Warner

© Tobias Zangl

Julian Warner arbeitet als Kulturanthropologe transdisziplinär in den Bereichen Kuration, Theater und Musik. Die Schwerpunkte seiner akademischen Laufbahn Black European Studies und Rassismus- und Popkulturforschung brachte er bereits in diversen Theateraufführungen, Festivals sowie in künstlerischen Konferenzen zum Ausdruck. Unter dem Alias Fehler Kuti veröffentlicht er Musikalben an der Schwelle von Pop, Kunst und Politik. Er ist künstlerischer Leiter des Festivals 2022 der KulturRegion Stuttgart und designierter künstlerischer Leiter des Brechtfestivals 2023­­–25.

Die starke Verwurzelung von Technologie und Arbeit in der Region reizte Warner besonders an dem Projekt: »Ich freue mich darauf, ein Festival zu konzipieren, das sich mit den Mitteln des künstlerischen Forschens der Krise von Natur, Mensch und Technologie widmet. Denn für mich passt das künstlerische Forschen hervorragend in die Region, da es der Ingenieurskunst ähnelt. Für beides verlässt man den Elfenbeinturm der Ideen und Konzepte, um durch Probieren Neues erfahrbar zu machen.«