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© Marion Eichmann

Waiblingen

Marion Eichmann
»Ich sehe was, was du nicht siehst«

Für das Foyer der Galerie Stihl Waiblingen hat die Berliner Künstlerin Marion Eichmann eine farbstarke und plastische Installation aus Papier geschaffen. Dafür bearbeitet sie ihren Zeichenblock mit lebhaftem Strich, schneidet akribisch Flächen und feingliedrige Details aus Karton aus, schichtet Papierstücke übereinander oder arrangiert luftig-filigrane Strukturen.

Eichmann greift in ihren Werken auf, was ihr im Alltag begegnet, aber sonst wenig Beachtung findet. Der Gemütszustand der Großstädterinnen und Großstädter des 21. Jahrhunderts, zwischen dem Wunsch nach Rückzug, dem Drang nach Öffentlichkeit und der Flucht vor Überwachung ist Ausgangspunkt ihrer Arbeit für die Galerie Stihl Waiblingen. Mit ihrer Installation lockt sie Betrachterinnen und Betrachter in einen Zwischenraum: Bin ich hier sicher oder ausgeliefert? Ist das ein Versteck oder werde ich beobachtet? Wo verläuft eigentlich die Grenze zwischen heimeliger Wohlfühlatmosphäre und unheilvoller Überwachung? Die Künstlerin übersetzt das, was sie beobachtet, in Papier und lädt auf spielerische Weise dazu ein, die alltägliche Umgebung mit neuem, wachem Blick zu betrachten und zu hinterfragen.

Die Arbeit »Ich sehe was, was du nicht siehst« zeigt eine weitere Spielart des facettenreichen Schaffens von Marion Eichmann. Die Installation ergänzt die von Anja Gerdemann, Leiterin der Galerie Stihl Waiblingen, kuratierte Ausstellung »Marion Eichmann: Follow M.E.«.

In Zeiten von Reisebeschränkungen und verschobenen Urlaubsplänen stillt die bisher umfangreichste Werkschau der Berliner Künstlerin in Deutschland das Fernweh und ermöglicht eine Reise mit den Augen durch Orte wie Tokyo, New York, Istanbul oder Berlin. Großstadtansichten werden zu Wimmelbildern, ganze Szenerien werden in Originalgröße bis ins kleinste Detail nachgebildet ohne sie jedoch 1:1 zu kopieren – wie etwa den täuschend echt wirkenden Berliner Waschsalon mit etlichen detailverliebten Waschmaschinen, Waschpulver-Packungen und Wäschetüten. Zusätzlich ›schmuggelt‹ Eichmann gerne Fundstücke in ihre Arbeiten ein: zweimal hinschauen lohnt also.

Die Künstlerin

Marion Eichmann wurde 1974 in Essen geboren. Sie studierte an der Kunsthochschule Berlin Weißensee Textil- und Flächendesign. Für ihr Werk erhielt die Künstlerin zahlreiche Preise. Zuletzt wurde sie mit dem Kunstpreis Münsterland ausgezeichnet. Eichmanns Arbeiten sind regelmäßig in Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Marion Eichmann lebt und arbeitet in Berlin.

 

Website der Künstlerin
© Roman März
Adresse

Galerie Stihl Waiblingen
Weingärtner Vorstadt 12
71332 Waiblingen

Ausstellungsdauer

Fr 25.9.–So 18.10.

Di–So 11:00–18:00 Uhr
Do 11:00–20:00 Uhr

Fokustag 7.10.2020
Filmprogramm 14.10.2020