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Fokustag
Winnenden
11.10.2020
© Götz Bury

Winnenden

Götz Bury
»Narziss – das Fotostudio.
Selbstdarstellung auf höchster Stufe«

Mit seinem partizipativen Kunstprojekt »Narziss – Das Fotostudio. Selbstdarstellung auf höchster Stufe« thematisiert Götz Bury in der Stadtbücherei Winnenden die Rückzugsorte der narzisstisch gestörten Persönlichkeit, nämlich den Rückzug in aller Öffentlichkeit und mit größtmöglichem Getöse.

Vor Jahren sind nach Burys Beobachtung die ausgebrannten Managerinnen und Manager noch in die Wüste gezogen, bevorzugt in die Sahara, um dort ihren Rückzug zu zelebrieren. Später waren sie auf dem Jakobsweg unterwegs, wo man innere Einkehr halten wollte, aber nicht ohne vorher eine ›erklärende‹ Botschaft an die Welt abzusetzen: »Bin am Jakobsweg!« Das sollte dann doch jedem etwas sagen. Denn sonst hätte man ja auch einen anderen Weg nehmen können, zum Beispiel den namenlosen von Oberschweinebach in Altbayern nach Unterstinkenbrunn im Weinviertel. Dort hätte man auch ganz wunderbar innere Einkehr halten können, sogar ohne andere ausgebrannte Führungskräfte zu treffen. Aber wem bitte hätte das etwas gesagt?!

Heute stehen sie am Mount Everest Schlange, im Versuch, möglichst nicht unbemerkt den höchsten Berg der Erde zu erklimmen. Der Mond könnte der nächste Rückzugsort werden, sobald die entsprechenden Transportkapazitäten geschaffen wurden. Diese paradoxen Rückzugsorte, wo sich die Aspirantinnen und Aspiranten drängen, wo der Rückzug in aller Öffentlichkeit stattfindet, prägen den Geist der Zeit.

Das Narziss-Fotostudio hält alles an Kulissen und Requisiten bereit, was der Mensch heute braucht, um den gekonnten Rückzug für die interessierte Öffentlichkeit zu inszenieren. Die Besucherinnen und Besucher können hier Aufstellung für das Traumfoto nehmen, mit den Objekten und Symbolen des Rückzugs und bekommen anschließend ihr Foto mit auf den Weg, um es anderen zu zeigen oder nach Herzenslust zu verbreiten.

Mit freundlicher Unterstützung des Österreichischen Kulturforums Berlin.

Der Künstler

Götz Bury wurde 1960 in Hamburg geboren. Von 1983 bis 1986 besuchte er die Holzbildhauerschule München. Im Anschluss studierte er Bildhauerei und Philosophie in Wien. Seine Arbeiten, die sich im Bereich von experimenteller Bildhauerei, Performance und akustischer Skulptur bewegen, beziehen sich häufig auf aktuelle gesellschaftliche Themen. Burys Gesellschaftskritik ist dabei stets von Humor und Selbstironie geprägt. Seine Installationen und Performances waren bei zahlreichen Festivals und in Kunsthäusern in Deutschland und Österreich zu sehen. Der Künstler lebt und arbeitet in Wien.

© Götz Bury
Adresse

Stadtbücherei Winnenden
Adlerplatz 3
71364 Winnenden

Fotostudio geöffnet

Fr 25.9.–Sa 17.10.

Mo+Di 10:00–12:00 Uhr und
13:30–18:30 Uhr
Do 10:00 –18:30 Uhr
Fr 13:30–18:30 Uhr
Sa 10:00–13:30 Uhr

Programm Fokustag 11.10.

Unter Beobachtung – Poetry Slam & Co.

Stadtbücherei
14:00–17:00 Uhr