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14. Juli 2021 | 16. September 2021 | 20. Oktober 2021

Zukunft:Kultur

Ein Jahr Corona-Pandemie bedeutet auch ein Jahr Ausnahmesituation für Kunst und Kultur. Der Kultursektor war und ist mit am stärksten von den Schließungen im Kampf gegen die Pandemie betroffen. Was macht es mit einer Gesellschaft, wenn das kulturelle Leben in weiten Teilen lahmgelegt ist? Welchen Stellenwert wollen wir der Kunst in Zukunft noch geben?

Die Leichtigkeit, mit der Bund und Länder gewillt sind, Angebote der Kunst, Kultur und kulturellen Bildung zur Eindämmung der Pandemie herunterzufahren, steht in starker Diskrepanz gegenüber dem politischen Unwillen die Wirtschaft ebenso stark in die Verantwortung zu nehmen. Trotz aller Kompensationsprogramme stellt sich die Frage, ob die oftmals postulierte »herausragende Bedeutung« von Kunst und Kultur mehr als ein Lippenbekenntnis ist. Welche Rolle kommt in Zukunft auch kommunalen Akteur*innen zu, die während der Pandemie nach Lösungen und Möglichkeiten rangen?

Kultur stellt Fragen und hinterfragt. Sie bietet Raum für gesellschaftliche Debatten und das gemeinsame Nachdenken über unsere Wirklichkeit, über Sinn und Bedeutung von Dingen, über unsere Zukunft. Kultur macht Sinn, in doppelter Hinsicht: Sie besitzt einen gesellschaftlichen Eigenwert und sie produziert auch Werte. Wenn gerade dies in einer Zeit, in der die ganze Gesellschaft von massiven Veränderungen betroffen ist, nur sehr eingeschränkt stattfinden kann – was bedeutet das für unsere gesellschaftliche Entwicklung und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt?

Und wie kann ein Neustart der Kultur nach der Krise gelingen? Wie lassen sich die unterschiedlichen Bedingungen von freien und institutionellen, öffentlichen und privaten kulturellen Akteur*innen in Zukunft überbrücken? Welche Potentiale sind bisher ungenutzt und lassen sich aufgreifen und weiterentwickeln?

Ist die Pandemie eine willkommene Zäsur, um über grundsätzliche Neuorientierungen im Kulturbetrieb nachzudenken und sich neuen Aufgaben zu stellen?

Welche Rahmenbedingungen sind dann nötig, damit diese neuen Aufgaben erfüllt und Chancen genutzt werden können. Wie bringen wir das kulturelle Leben wieder in die Mitte unserer Gesellschaft zurück?

Diese und andere Fragen möchte die KulturRegion Stuttgart in einer dreiteiligen Veranstaltungsreihe stellen und gemeinsam mit Podiumsteilnehmer*innen aus unterschiedlichen Bereichen Antworten finden. Moderiert wird die Reihe von der Kulturjournalistin Adrienne Braun.

14.7.2021: Kultur in der Corona-Gesellschaft

Welche Bedeutung hat die Corona-Krise für Gesellschaft und Kultur? Welche Relevanz wird der Kultur zurzeit in der Gesellschaft beigemessen? Was macht es mit einer Gesellschaft, wenn die Kultur »fehlt«?

Podiumsdiskussion mit:

  • Carmen-Francesca Banciu, Autorin
  • Dr. Matthias Knecht, OB Ludwigsburg und Vorsitzender der KulturRegion Stuttgart
  • Thomas Koch, Direktor strategische Kommunikation, Staatsoper Stuttgart

20 Uhr (Einlass 19:30 Uhr)
Forum am Schlosspark Ludwigsburg
Stuttgarter Str. 33, 71638 Ludwigsburg
Anmeldung
(bis 13.7.)

16.9.2021: Neue Wege in der Krise

Neuartige Kulturvermittlung in der Pandemie: Welche neuen Wege wurden beschritten, auf denen man vielleicht auch in Zukunft weitergehen möchte? Was waren die Hürden und Chancen für die Kulturbranche in der Pandemie?

Podiumsdiskussion mit:

  • Tabea Booz, Musikerin
  • Martina Grohmann, Intendantin Theater Rampe
  • Prof. Dr. Martin Zierold, Leiter Institut für Kultur- und Medienmanagement, Hochschule für Musik und Theater Hamburg

19:30 Uhr
Hospitalhof Stuttgart
Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart
Anmeldung

 

20.10.2021: Neue Aufgaben für neue Zeiten

Welche neuen Aufgaben für die Kultur erwachsen aus der sich verändernden Zeit? Wie kann der Kulturbetrieb seinen Platz in der Gesellschaft behaupten? Welche politischen Rahmenbedingungen sind notwendig? Warum ist Kultur so wichtig für unsere Zukunft?

Podiumsdiskussion mit u.a.:

  • Dr. Henning Mohr, Leiter des Instituts für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V.

20 Uhr
Hospitalhof Stuttgart
Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart
Anmeldung


Beitragende


 

© Birgit Unterweger

Carmen-Francesca Banciu, im rumänischen Lipova geboren, studierte Kirchenmalerei und Außenhandel in Bukarest. Die Verleihung des Internationalen Kurzgeschichtenpreises der Stadt Arnsberg für die Erzählung »Das strahlende Ghetto« (1985) hatte für sie ein Publikationsverbot in Rumänien zur Folge.
Sie kam 1991 mit ihren drei Kindern nach Deutschland auf Einladung des Künstlerprogramms des DAAD. Seit 1992 lebt sie als freie Autorin in Berlin, schreibt Beiträge für Rundfunk und Zeitungen, leitet Seminare für Kreativität und kreatives Schreiben.
Ihre Bücher sind erschienen bei den Verlagen: Rotbuch Berlin, Rotbuch Hamburg, Volk und Welt, Ullstein Berlin und PalmArtPress.
Banciu erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, zuletzt wurde der Roman »Lebt wohl, Ihr Genossen und Geleibten« für den Deutschen Buchpreis 2018 nominiert. 2021 erschien ihr Roman »Vaterflucht« / »Fleeing Father« über ein aufreibendes Wiedersehen von Tochter und Vater, dem die Flucht der Tochter vorangegangen war.

Website

Tabea Booz ist Sängerin und Songwriterin, die sich ihren Platz im deutschsprachigen SoulPop geschaffen hat. Die Musik zieht sich durch das Leben der in Stuttgart lebenden Künstlerin wie ein bunter Faden. Schon mit drei Jahren hatte Tabea eine Geige in der Hand, es folgten Klavier- und Gesangsunterricht. Auf die Frage, wofür sie ihr musikalisches Talent nutzen wolle und wie sie ihrer Gedankenwelt Ausdruck verleihen könnte, fand sie dann in ihrem Schul-, Jazz und Popularmusik-Studium für sich eine Antwort: Sie fing an ihre eigenen Songs zu schreiben. In ihren Songs verbindet Tabea ihre musikalische Erfahrung mit lyrischen Zeilen: Über Gefühle und persönlichste Gedanken schreibt sie ebenso wie zu sozialkritischen und drängenden Zeitgeist-Themen, die ihr persönlich wichtig sind. Auch abseits ihrer Songtexte bemüht sich die 31-Jährige, viele kleine positive Veränderungen in der Welt zu bewirken und bezeichnet Nachhaltigkeit als ihre große Leidenschaft.

© Marie Weisser
© Dominique Brewing

Martina Grohmann, geboren in Mödling bei Wien, studierte Theaterwissenschaft an der Universität Wien. Sie begann als Produktionsleiterin beim steirischen herbst 98 und 99. Ab 2000 war sie als Dramaturgin am Staatstheater Kassel, am LTT Tübingen, am Theater Heidelberg, wo sie 2005 bis 2007 die Spielstätte zwinger1 für Autorentheater und Projekte leitete, und am Theater Basel engagiert. Als Gastdramaturgin arbeitete sie außerdem an der Schaubühne Berlin und am Schauspiel Frankfurt. Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt auf zeitgenössischer Dramatik, Stückentwicklungen sowie interdisziplinären Formaten und Festivals. Seit August 2013 ist sie gemeinsam mit Marie Bues Intendantin des Theater Rampe.

Dr. Matthias Knecht wurde 1975 in Stuttgart geboren und wuchs in Ludwigsburg auf. Seit dem 1. September 2019 ist er Oberbürgermeister der Stadt Ludwigsburg. Am 18.12.2019 wurde er zum Vorsitzenden der KulturRegion Stuttgart gewählt. Seine große Verbundenheit mit der Region Stuttgart zeigte sich bereits in seiner Arbeit von 2008 bis 2011 als Persönlicher Referent des Geschäftsführers der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH sowie Projektleiter der Projekte GesundheitsRegion Stuttgart, Hochschul- und Wissenschaftsregion Stuttgart e.V. und AFRESH, regionale und kommunale Gesundheitsstrategien für acht europäische Regionen.

© Andi Dalfert
© Birgit Unterweger

Thomas Koch hat in Kassel und an der University of California in Berkeley Linguistik und Biologie studiert. Im Januar 1983 kam er als Redakteur zur Zeitschrift »Das Beste aus Reader’s Digest« nach Stuttgart. Im Herbst 1984 wechselte er als Pressesprecher an das Stuttgarter U.S.-Generalkonsulat, wo er für das Amerika-Haus auch Kultur- und Austauschprojekte organisierte. Im Herbst 1995 engagiert ihn Opernintendant Klaus Zehelein als Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an die Staatsoper Stuttgart. Von 2006 bis 2014 war er als Kommunikationsdirektor Mitglied des Präsidiums der Bayerischen Theaterakademie August Everding im Prinzregententheater in München. In dieser Zeit nahm er auch Lehraufträge in den Studiengängen Theaterwissenschaft und Dramaturgie an der Ludwig-Maximilians-Universität wahr. Im September 2014 kehrte er als Kommunikationsdirektor an die von Jossi Wieler geleitete Staatsoper Stuttgart zurück. Als Mitglied der Intendanz ist er dort seit Herbst 2018 in der Intendanz von Viktor Schoner für die Strategische Kommunikation verantwortlich.

Dr. Henning Mohr ist Leiter des Instituts für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. in Bonn. Der Kultur- und Innovationsmanager hat u.a. für das Deutsche Bergbau-Museum Bochum, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und die Zukunftsakademie NRW gearbeitet. In den Jahren 2012-2016 promovierte er am DFG-Graduiertenkolleg »Innovationsgesellschaft heute« (TU Berlin, Institut für Soziologie) über die Innovationspotentiale künstlerischer Interventionen in Transformationsprozessen.

Website
© Baege

Prof. Dr. Martin Zierold ist Leiter des Instituts für Kultur- und Medienmanagement der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, an dem er die Zajadacz-Stiftungsprofessur für Innovation durch Digitalisierung innehat. Dort befasst er sich mit Fragen der Strategie und Organisationsentwicklung angesichts der großen gesellschaftlichen Transformationsprozesse der Gegenwart. Seit März 2020 ist er Gastgeber des Podcasts »Wie geht’s? Kultur in Zeiten des Corona-Virus«.

Martin Zierold arbeitet zudem freiberuflich als systemischer Coach, Lehrtrainer und Berater. Vor seiner Tätigkeit in Hamburg war er Professor für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft an der Karlshochschule International University in Karlsruhe. Nach dem Studium von Kommunikationswissenschaft und Kultur, Kommunikation & Management an der Universität Münster arbeitete er zwei Jahren als Pressesprecher des Tonkünstler Orchesters und des internationalen Musikfestivals Grafenegg in Österreich. Von 2007–2013 war er Wissenschaftlicher Geschäftsführer und Principal Investigator des International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) der Universität Gießen.

Adrienne Braun ist als freie Autorin, Kulturjournalistin und Moderatorin tätig und schreibt für Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten, Süddeutsche Zeitung, Deutsche Bühne und ist Korrespondentin des Kunstmagazins ART. Nach dem Studium der Germanistik, Kunstgeschichte und Literaturwissenschaften war sie zunächst Requisiteurin und Regieassistentin am Staatstheater Stuttgart und absolvierte dann ein Volontariat bei der Stuttgarter Zeitung. Sie hat mehrere Bücher veröffentlicht zu berühmten Frauen aus Baden-Württemberg, zu Stuttgart als auch mit ihren Kolumnen, die in der Stuttgarter Zeitung, den Stuttgarter Nachrichten und deren Partnerblättern erscheinen.

© Frank P. Kistner