Abstraktes Gemälde mit überlappenden, transparenten Figuren in Bewegung, die an einen Judo-Kampf erinnern.
Abstraktes Gemälde mit überlappenden, transparenten Figuren in Bewegung, die an einen Judo-Kampf erinnern.

KulturRegionale 2026: Journey to Yemen - Inklusive Führungen

Pressemitteilung
Stuttgart, 24.09.2026

Mit blinder und sehender Perspektive durch »JOURNEY TO YEMEN«
Inklusive Führungen mit Matthias Nagel und Damaris Wurster im Rahmen der KulturRegionale 2026 BEYOND FUN

Wie lässt sich Kunst erleben, wenn Sehen nicht selbstverständlich ist? Die Ausstellung »JOURNEY TO YEMEN« des Malers Jan-Hendrik Pelz im Hospitalhof Stuttgart eröffnet unterschiedliche Zugänge zu Kunst und lädt dazu ein, Wahrnehmung neu zu betrachten.

Am 30. September und 5. Oktober 2026 finden zwei inklusive Führungen durch die Ausstellung statt. Gestaltet werden sie von einem Tandem aus Matthias Nagel, blind, und Damaris Wurster, sehend. Beide bringen ihre unterschiedlichen Perspektiven in die Vermittlung der Ausstellung ein.

Die ausführlichen Beschreibungen der Kunstwerke machen die Führung insbesondere für blinde und sehbehinderte Menschen zugänglich. Gleichzeitig richtet sie sich ausdrücklich an alle Interessierten. 

Die Ausstellung »JOURNEY TO YEMEN« erzählt von der Reise des Para-Judoka Shugaa Nashwan in sein Geburtsland Jemen und von der »Mini-Olympiade«, die er dort 2020 für Kinder und Jugendliche organisierte. Aufgrund einer fortschreitenden Augenerkrankung ist Nashwans Sehvermögen stark eingeschränkt. Seine Erzählungen von der Reise und seine besondere visuelle Wahrnehmung bilden den Ausgangspunkt für die Gemäldeserie von Jan-Hendrik Pelz.

Inklusive Führungen durch »JOURNEY TO YEMEN«
Mittwoch, 30. September 2026, 16:30–17:30 Uhr
Montag, 5. Oktober 2026, 16:30–17:30 Uhr
Hospitalhof Stuttgart, Hauptfoyer
Büchsenstraße 33, 70174 Stuttgart

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich.
https://eveeno.com/journeytoyemen

Im Anschluss an die Führung am 30. September findet von 18 bis 19 Uhr ein Gespräch mit dem Künstler Jan-Hendrik Pelz und dem Sportwissenschaftler Prof. Dr. Timo Stiller statt.

Die Ausstellung »JOURNEY TO YEMEN« ist noch bis zum 10. Oktober 2026 im Hospitalhof Stuttgart zu sehen.

Weitere Informationen: www.beyondfun.de

Jan-Hendrik Pelz studierte Bildende Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart sowie an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel. Er arbeitet in den Bereichen Malerei, Installation, Konzept- und Videokunst. Seine Werke beschäftigen sich mit Wahrnehmung, Erinnerung und gesellschaftlichen Fragestellungen. Pelz erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen und stellt in renommierten Institutionen im In- und Ausland aus, darunter im Rahmen der documenta 15 in Kassel und im Museum Villa Stuck in München. Derzeit ist er Stipendiat der Stadt Gaildorf.

Shugaa Nashwan, 1997 in Sanaa im Jemen geboren, lebt seit seinem fünften Lebensjahr in Deutschland. Aufgrund einer fortschreitenden Augenerkrankung ist sein Sehvermögen stark eingeschränkt. Als Para-Judoka gewann er zweimal Bronze bei Europameisterschaften und kämpfte auch in der Bundesliga. 2020 reiste er in sein vom Bürgerkrieg geprägtes Geburtsland und organisierte dort eine »Mini-Olympiade« für Kinder und Jugendliche. Seine Erzählungen von dieser Reise und seine visuelle Wahrnehmung bilden den Ausgangspunkt für Jan-Hendrik Pelz’ Gemäldeserie.

Matthias Nagel ist als Experte für Inklusion im Kunst- und Kulturbereich tätig. Er studierte Medienwirtschaft im Bachelor und Medienmanagement im Master an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Seit 2018 ist er als blinder Autor und Redakteur für Audiodeskriptionen tätig. In dieser Funktion berät er seit mehreren Jahren Theater und Museen und unterstützt sie bei ihren individuellen Schritten Richtung Inklusion. Sein Ziel ist es, Kunst und Kultur mit allen Sinnen erfahrbar zu machen. 

Damaris Wurster entwickelt als Künstlerin und Kulturvermittlerin Führungen und praktische Workshops für zielgruppenspezifische Zugänge zur Kunst. Sie vermittelt Inhalte aus unterschiedlichen Blickwinkeln und lädt dazu ein, Kunstwerke im gemeinsamen Dialog und durch eigenes Gestalten zu erschließen.