Abstrakte Grafik mit überlappenden Formen in Blau, Grün, Gelb, Weiß und Schwarz. In der oberen rechten Ecke steht das Logo der KulturRegion Stuttgart mit weißem Sternsymbol und Schriftzug. Ein geschwungener schwarzer Balken verläuft im unteren Bereich.

Podiumsgespräch: Wie viel Beweis braucht Kultur?

Über den Wert von Kultur und die Grenzen der Evidenz

In den vergangenen Jahren wurde viel gemessen: Kultur soll gesellschaftliche Teilhabe fördern, Städte attraktiver machen, wirtschaftliche Effekte erzeugen, Demokratie stärken oder zum individuellen Wohlbefinden beitragen. Zahlreiche Studien versuchen, diese Wirkungen sichtbar und politisch belastbar zu machen.

Doch was passiert, wenn Evidenz nicht zur erhofften Wertschätzung führt? Wenn trotz belastbarer Daten, Wirkungsmodelle und Evaluationen die Kulturhaushalte unter Druck geraten und insbesondere auf kommunaler Ebene immer wieder neu um Mittel gerungen werden muss? 

In der nächsten Ausgabe von zukunft:kultur fragen wir deshalb: Müssen wir die Hoffnung auf Evidenz aufgeben – oder müssen wir anders über den Wert von Kultur sprechen?

Gemeinsam mit Prof. Dr. Yvonne Pröbstle von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, Anna Gohmert, Bildende Künstlerin, Gründungsmitglied und Teil von Mothers*, Warriors and Poets und Mentorin beim Kunstbüro Baden-Württemberg, Jérôme Jussef Lenzen von der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel und Sven Reisch (Kulturamt Böblingen) diskutieren wir, welche Rolle Zahlen, Wirkungsnachweise und ökonomische Argumente in der Kulturpolitik spielen – und wo ihre Grenzen liegen.

Welche Argumente verschaffen Kultur heute politische Relevanz? Wie lässt sich ihr Wert vermitteln, ohne ihn auf Besucherzahlen, Standortfaktoren oder messbare Effekte zu reduzieren? Und welche neuen Erzählungen, Allianzen und Formen kulturpolitischer Argumentation braucht es, wenn der Verweis auf Evidenz allein nicht trägt?

Ein Abend über den Wert von Kultur – und darüber, wie wir ihn künftig begründen, vermitteln und politisch vertreten.

Wann

Dienstag, 24. November 2026

Programm

18:30 Uhr Einlass
19 Uhr Gespräch

Wo

Kulturzentrum Merlin
Augustenstraße 72
70178 Stuttgart-West

Anreise

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Das Kulturzentrum Merlin (Augustenstraße 72, 70178 Stuttgart) ist mit der S-Bahn bis Schwabstraße (Linien S1–S6, S11 und S60) erreichbar. Von dort sind es etwa 5–10 Minuten zu Fuß. Alternativ fahren die Buslinien 42 und 44 bis zur Haltestelle Schwabstraße; von dort ist das Merlin ebenfalls gut zu Fuß erreichbar.

Barrierefreiheit

Eintritt

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erdorderlich.

Anmeldung

Beitragende

Stellvertretende Institutsleiterin und Leiterin des Masterstudiengangs
Kulturwissenschaft und Kulturmanagement an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg
 

Prof. Dr. Yvonne Pröbstle

Yvonne Pröbstle studierte Europäische Kulturgeschichte (B.A.) an den Universitäten Augsburg und Wien und absolvierte anschließend den Aufbaustudiengang Kulturwissenschaft und Kulturmanagement (M.A.) an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Dort war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kulturmanagement tätig und wurde 2014 zur Dr. phil. promoviert. 2013 gründete sie die Agentur Kulturgold in Stuttgart. Als Geschäftsführerin und Projektleiterin begleitete sie strategische Prozesse, etwa Kulturentwicklungsplanungen und Kulturtourismuskonzepte, und führt Auftragsforschungen durch, vor allem Publikumsforschungen und Evaluationen. Seit März 2024 ist sie Professorin am Institut für Kulturmanagement und leitet den Masterstudiengang Kulturwissenschaft und Kulturmanagement.

Bildende Künstlerin, Gründungsmitglied und Teil von Mothers*, Warriors and Poets und Mentorin beim Kunstbüro Baden-Württemberg
 

Anna Gohmert

(*1983) ist bildende Künstlerin und lebt in Stuttgart. Sie studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und war Meisterschülerin im Weißenhof-Programm. In ihrer künstlerischen Praxis verbindet sie Installation, Film, Performance, Text und Recherche. Ihre Arbeiten untersuchen, wie Wirklichkeit vermessen und bewertet wird, welche Erfahrungen als Wissen anerkannt werden und was sich einer eindeutigen Beweisführung entzieht, aber auf poetische Weise vermitteln lässt. Dabei verbindet sie persönliche Perspektiven mit gesellschaftlichen und institutionellen Zusammenhängen. Fragen von Care, Sichtbarkeit und generationsübergreifendem Austausch ziehen sich durch ihre Arbeit. Sie ist Gründungsmitglied und Teil von Mothers*, Warriors and Poets, momentan Mentorin beim Kunstbüro Baden-Württemberg, zuvor teilte sie ihr Wissen an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Ihre Arbeiten befinden sich unter anderem in der Bundeskunstsammlung wie auch in Sammlungen des Landes Baden-Württemberg und der Stadt Stuttgart. 

Co-Programmleiter des Programmbereichs Kulturmanagement und 
Kulturpolitik an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel
 

Jérôme Jussef Lenzen

Jérôme Jussef Lenzen ist Co-Programmleiter für Kulturmanagement und Kulturpolitik an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel sowie Gründer und Vorsitzender von ArtAsyl e.V. Er engagiert sich als stellvertretender Vorstand des Theaters im Bauturm – Freies Schauspiel Köln und des Fördervereins der Kunst- und Museumsbibliothek Köln sowie als sachkundiger Einwohner im Kulturausschuss der Stadt Köln. An der Schnittstelle von Kulturmanagement, -vermittlung und -politik sucht er im Instrumentarium von Zukunftsforschung, Audience Development und Kultureller Bildung nach neuen Ansätzen für eine Transformation der Kulturlandschaft in der postmigrantischen Gesellschaft.

Amtsleiter des Amts für Kultur Böblingen
 

Sven Reisch

Kultur und Politik, Kommunikation und Management zusammenzudenken, ist für Sven Reisch die Leitlinie für das Wirken in einer kommunalen Kulturverwaltung. Seit März 2023 leitet er das Amt für Kultur der Stadt Böblingen. Zuvor war der 42-Jährige unter anderem für den Landesverband der Musikschulen Baden-Württembergs und die Staatliche Hochschule für Musik Trossingen tätig. Kommunalpolitische Erfahrung sammelte er zehn Jahre lang als ehrenamtlicher Stadtrat in seiner Heimatstadt. Daneben profitiert der Geisteswissenschaftler als leidenschaftlicher Musiker seit Kindertagen auch von Einblicken in das Künstlerdasein. Sein Rezept, um im Spannungsfeld zwischen dem Idealismus des Kulturbetriebs und den Realitäten der Kommunalpolitik zu vermitteln: die Dinge mit heißem Herz und kühlem Kopf angehen.

Moderation
Abteilungsleitung Kulturförderung
Kulturamt Stuttgart
 

Magdalen Pirzer

leitet seit 2016 die Abteilung Kulturförderung im Kulturamt der Stadt Stuttgart. Zuvor war sie als Geschäftsführerin der KulturRegion Stuttgart tätig. Von 2008 bis 2013 war sie Referentin für Strategie bei der Stiftung Niedersachsen / Musikland Niedersachsen gGmbH. Zuvor arbeitete sie in London als freischaffende Tänzerin und Choreographin. Dort leitete sie die interdisziplinäre Tanzkompanie La Ventana und arbeitete u.a. für Escape Artists, the Royal Shakespear Company und Dance United mit Jugendlichen im Strafvollzug 
Magdalen Pirzer besitzt einen Master in Kulturmanagement und einen MBA der Universität Cincinnati. Sie studierte Ballett und zeitgenössischen Tanz an der Staatlichen Ballettschule Berlin, der State University New York und der London Contemporary Dance School.

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