KulturRegionale 2026
19.9.-10.10.

Maren Kraemer

Warum beschäftigen sich Wissenschaftler*innen eigentlich mit Spielen? Weil sich in ihnen weit mehr beobachten lässt als Gewinnen und Verlieren.

Spiele sind längst nicht mehr nur ein Zeitvertreib für Kinder, sondern stehen in verschiedenen Bereichen sogar im Zentrum von Kultur und Wissenschaft. So sind Brettspiele beispielsweise seit 2025 als ein immaterielles Kulturerbe anerkannt worden.[1] Aber was macht Spiele eigentlich so interessant?

Am GameLab der Universität Konstanz beschäftigen wir uns mit den Schnittstellen zwischen Spiel, Literatur, Kunst und Medien. Denn beim Spielen lernen wir nicht nur Kooperation oder das Aufaddieren von Würfelzahlen, sondern auch wie Gemeinschaften entstehen, Zeit begreifbar wird oder Entscheidungen gefasst werden.[2]

Dabei versuchen wir Praxis und Forschung zusammen zu bringen und in den Austausch zu treten. Das wird besonders produktiv, wenn Designpraxis und wissenschaftliche Konzepte in analogen Spielen aufeinandertreffen,[3] Fragen nach Inklusion und Diversität in Spielen gestellt werden,[4] oder digitale und analoge Spiele in ein Wechselverhältnis gebracht werden.[5]

Schlussendlich lassen sich Spiele so auf vielfältige Weise in die Gesellschaft einbringen und lassen diverse Anschlussmöglichkeiten zu. 

Denn Spiele sind kleine Versuchsanordnungen: Wir akzeptieren Regeln, treffen Entscheidungen, kooperieren oder konkurrieren – und können gleichzeitig ausprobieren, was passiert, wenn wir Dinge ganz anders machen.


[1] Vgl. https://www.unesco.de/staette/brettspiele-spielen-brettspielkultur-in-deutschland/ (zuletzt: 18.8.2026)

[2] Siehe hierzu: https://www.gamelab.uni-konstanz.de/forschung/projekte/ (zuletzt: 18.8.2026).

[3] Siehe hierzu: https://www.gamelab.uni-konstanz.de/forschung/events-und-veranstaltungsreihen/wiederspielwert-game-design-basics/ (zuletzt: 18.8.2026).

[4] Siehe hierzu „Diversity Gaming“ Veranstaltungsreihe unter: https://www.gamelab.uni-konstanz.de/forschung/events-und-veranstaltungsreihen/ (zuletzt: 18.8.2026).

[5] Siehe hierzu: https://www.gamelab.uni-konstanz.de/forschung/events-und-veranstaltungsreihen/board-game-play/ (zuletzt: 18.8.2026).

Frau mit schulterlangen braunen Haaren, schwarzer Brille und schwarzem Oberteil lächelt vor hellem Hintergrund

Maren Kraemer 

ist Doktorandin an der Universität Konstanz im Bereich der Medienwissenschaft und Game Studies. Aktuell ist sie dort als GameLab-Managerin tätig. Ihre Forschungsinteressen umfassen TV- und Game Studies, sowie Fandom Forschung. In ihrer Dissertation beschäftigt sie sich mit entscheidungsbasierten Spielmechaniken in Rollenspielen und interessiert sich für die Verflechtung von Brett- bzw. Analogspielen und Videospielen.