KulturRegionale 2026
19.09.–10.10.

Abstraktes Gemälde mit überlappenden, transparenten Figuren in Bewegung, die an einen Judo-Kampf erinnern.

22.09 - 10.10.26 Hospitalhof, Stuttgart Ausstellungen

Journey to Yemen – Jan-Hendrik Pelz

Auf die Frage nach dem Festivalthema antwortet die künstlerische Leitung gern auch mal einfach: SpielSpaßSport! Denn das Eine verbindet sich wie von selbst immer wieder mit dem Anderen. Eine besondere sportliche Serie zeigt der Künstler Jan-Hendrik Pelz, aus seinem Bestand. Zu sehen sind Gemälde rund um die Reise des Judo-Kämpfers Shugaa Nashwan in den Jemen, sein Herkunftsland, um dort ein Judo-Turnier zu organisieren, obwohl er aufgrund einer Augenkrankheit zunehmend erblindete.

Jan-Hendrik Pelz hat im Anschluss Bilder gemalt, die Nashwaans Sicht auf diese Reise zeigen. Sie greifen dessen visuelle Wahrnehmung auf, da er zum Zeitpunkt der Reise nur noch schemenhaft und verschwommen sehen konnte.

Person mit grünem Pullover malt mit Pinsel an einer farbigen Leinwand.

Jan-Hendrik Pelz studierte Bildende Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart sowie an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel. Er arbeitet in den Bereichen Malerei, Installation, Konzept- und Videokunst. Seine Werke beschäftigen sich mit Wahrnehmung, Erinnerung und gesellschaftlichen Fragestellungen. Pelz erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen und stellt in renommierten Institutionen im In- und Ausland aus, darunter im Rahmen der documenta 15 in Kassel und im Museum Villa Stuck in München. Seit 2023 ist Jan-Hendrik Pelz wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Dr. Timo Stiller an der PH Schwäbisch Gmünd und derzeit Stipendiat der Stadt Gaildorf.

Junger Mann mit dunklen Haaren in weißer Sportjacke mit deutschen Wappen und Sponsorenlogos vor moderner Architektur

Shugaa Nashwan, 1997 in Sanaa im Jemen geboren, lebt seit seinem fünften Lebensjahr in Deutschland. Aufgrund einer fortschreitenden Augenerkrankung ist sein Sehvermögen stark eingeschränkt. Als Para-Judoka gewann er zweimal Bronze bei Europameisterschaften und kämpfte auch in der Bundesliga. 2020 reiste er in sein vom Bürgerkrieg geprägtes Geburtsland und organisierte dort eine »Mini-Olympiade« für Kinder und Jugendliche. Seine Erzählungen von dieser Reise und seine visuelle Wahrnehmung bilden den Ausgangspunkt für Jan-Hendrik Pelz’ Gemäldeserie.

Daten und Fakten

Ausstellungszeitraum

Di 22.9. bis Sa 10.10.

Adresse

Hospitalhof
Hauptfoyer
Büchsenstraße 33
70174 Stuttgart

Anreise

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Vom Hauptbahnhof Stuttgart mit S-Bahn, Linien S1 – S6, Gleis 101, bis Haltestelle »Stadtmitte«,Ausgang Büchsenstraße, Richtung Liederhalle

Vernissage

Di 22.9. 
18–19 Uhr

Öffnungszeiten

22.9.–10.10.
Die Ausstellung kann besichtigt werden: Mo–Sa 10–18 Uhr (nicht am 3.10.26)

Sonstige Termine

Mi 30.9., 18–19 Uhr
Gespräch mit dem Künstler Jan-Hendrik Pelz und Prof. Dr. Timo Stiller, Sportwissenschaftler

Inklusive Führungen

Wie lassen sich Bilder beschreiben, wenn man sie nicht sehen kann? Und wie verändert sich der eigene Blick, wenn man die Perspektive eines anderen kennenlernt?

Bei den inklusiven Führungen durch »JOURNEY TO YEMEN« steht der gemeinsame Austausch im Mittelpunkt. Ein Tandem aus blinder und sehender Person führt durch die Ausstellung und eröffnet unterschiedliche Zugänge zu den Bildern. Ausführliche Kunstwerkbeschreibungen machen die Führung für blinde und sehbehinderte Menschen zugänglich – gleichzeitig ist sie ausdrücklich für alle offen.

Datum und Uhrzeit

Mi, 30. September 2026, 16:30–17:30 Uhr
Mo, 5. Oktober 2026, 16:30–17:30 Uhr

Adresse

Hospitalhof
Treffpunkt Hauptfoyer
Büchsenstraße 33
70174 Stuttgart

Geeignet für wen?

Blinde, sehbehinderte und sehende Besucherinnen und Besucher

Besonderheit

Führung im Tandem aus blinder und sehender Person mit ausführlichen Kunstwerkbeschreibungen. Maximal 15 Personen pro Führung.

Eintritt

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Durch die Ausstellung führen

Lächelnder Mann mit Blindenstock steht auf einem von Bäumen gesäumten Gehweg mit Herbstlaub

Matthias Nagel 

ist als Experte für Inklusion im Kunst- und Kulturbereich tätig. Er studierte Medienwirtschaft im Bachelor und Medienmanagement im Master an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Seit 2018 ist er als blinder Autor und Redakteur für Audiodeskriptionen tätig. In dieser Funktion berät er seit mehreren Jahren Theater und Museen und unterstützt sie bei ihren individuellen Schritten Richtung Inklusion. Sein Ziel ist es Kunst und Kultur mit allen Sinnen erfahrbar zu machen. 

Porträt einer Frau mit hochgestecktem, lockigem Haar, die in einem türkisfarbenen Oberteil vor unscharfem Hintergrund in die Kamera blickt

Damaris Wurster 

entwickelt als Künstlerin und Kulturvermittlerin Führungen und praktische Workshops für zielgruppenspezifische Zugänge zur Kunst. Sie vermittelt Inhalte aus unterschiedlichen Blickwinkeln und lädt dazu ein, Kunstwerke im gemeinsamen Dialog und durch eigenes Gestalten zu erschließen.

Partner